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Sexueller Missbrauch von Kindern: Fallzahlen 2024 auf weiterhin hohem Niveau

Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes – http://www.polizei-beratung.de

Die Zahl der polizeilich registrierten Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist 2024 nach jahrelangem Anstieg nahezu konstant geblieben, allerdings auf einem weiterhin besorgniserregend hohen Niveau. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit.

Im Detail wurden 16.354 Fälle bei Kindern und 1.191 Fälle bei Jugendlichen registriert. Die Zahl der Opfer lag bei 18.085 (bei Kindern) und 1.259 (bei Jugendlichen), die der Tatverdächtigen bei 12.368 beziehungsweise 1.018.

Besonders besorgniserregend ist die stetig steigende Zahl von Fällen im Zusammenhang mit der Herstellung, Verbreitung, dem Erwerb und Besitz von jugendpornografischen Inhalten, die 2024 mit 9.601 Fällen einen Höchstwert erreichte.

Das BKA weist darauf hin, dass die Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein Schwerpunkt der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden bleibe. Ziel sei es, Täter schneller zu identifizieren und kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Dabei arbeiten Bundes- und Landespolizeien und internationale Partner zusammen.

Digitale Risiken und Tatgelegenheiten

Neben Straftaten mit direktem Körperkontakt zwischen Tätern und Opfern („Hands-on-Straftaten“) findet ein großer Teil der Delikte online statt. Das BKA nennt insbesondere folgende Phänomene:

  • Cybergrooming: Täter knüpfen online Kontakt zu Minderjährigen, um Vertrauen zu gewinnen, sie zu manipulieren und sexuelle Handlungen anzubahnen.

  • Livestreaming: Missbrauchshandlungen werden live übertragen, Tatverdächtige zahlen dafür, den Missbrauch in Echtzeit zu verfolgen und teilweise zu steuern.

  • Sextortion: Täter drohen, intime Aufnahmen zu veröffentlichen oder weiterzugeben, um Opfer zu sexuellen Handlungen oder Zahlungen zu zwingen.

Hohe Beteiligung von Minderjährigen

Der Anteil minderjähriger Tatverdächtiger bei jugendpornografischen Inhalten bleibt hoch. Viele Jugendliche handeln unbedacht, teilen Inhalte in sozialen Medien und sind sich der strafrechtlichen Konsequenzen oft nicht bewusst.

Zentrale Zahlen

Das BKA erhält täglich hunderte Hinweise auf Missbrauch über das US-amerikanische National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC). 2024 gingen 205.728 Meldungen ein, rund die Hälfte war nach deutschem Recht strafbar. Die Informationen werden für Ermittlungen genutzt, teilweise unterstützt das BKA direkt die Landespolizeien.

Die Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erfordere sowohl polizeiliche Ermittlungen als auch technische, präventive und gesellschaftliche Maßnahmen, hieß es. Das BKA setzt auf ein ganzheitliches Vorgehen gegen Täter, digitale Risiken und kriminelle Netzwerke.

Das vollständige Lagebild gibt es hier: Bundeslagebild des BKA [1]

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