
Foto: Pfalz-Express
Ob in der Großstadt oder in abgelegenen ländlichen Regionen – es besteht theoretisch immer die Gefahr, Opfer eines Übergriffs zu werden.
Ob nachts auf dem Heimweg, allein unterwegs, beim Joggen – wenn’s drauf ankommt, können verschiedene Hilfsmittel zum Selbstschutz sinnvoll sein. Hier ein Überblick, wie sich der Unsicherheit im Alltag und unangenehmen Situationen vorbeugen lässt.
Selbstverteidigung beginnt im Kopf
Wer selbstbewusst auftritt, vermittelt nach außen hin Stärke und bietet so möglichen Tätern weniger Angriffsfläche. Zusätzlich ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben, um an gefährlichen Orten wie Parkanlagen, unbewachten Parkplätzen und Tiefgaragen, aber auch in Tunneln und anderen schwer einsehbaren Orten, Situationen besser einschätzen zu können.
Selbstbewusstes Auftreten und Aufmerksamkeit können viel bewirken, darüber hinaus sollte man typische gefährliche Situationen schon von weitem erkennen und diesen ausweichen. Das Einsteigen in leere U-Bahn-Abteile ist ein Risiko, ebenso das nächtliche Durchqueren von unbeleuchteten Grünanlagen und Wäldern sowie der Kontakt zu offensichtlich Betrunkenen, die sich womöglich in der Gruppe noch stärker fühlen als sonst und häufig zu Provokationen neigen.
Solche Gruppen weiträumig zu meiden, hat nichts mit Angst, sondern mit gesunder Vorsicht zu tun. Wer nachts alleine unterwegs ist, sollte für den Heimweg lieber ein sicheres Taxi buchen, als nach Hause zu laufen. Darüber hinaus können Selbstverteidigungstechniken oder kleine Hilfsmittel helfen, direkte Angreifer abzuschrecken, sollte man trotz der Vorsichtsmaßnahmen doch mal in eine schwierige Situation geraten.
Pfefferspray – klein, handlich, hochwirksam
Klar, Schusswaffen sind verboten, auch Messer und andere Dinge, die andere schwer verletzen können. Ein legales Selbstschutzmittel ist das Pfefferspray, das ohne Genehmigung jeder ab 18 in der Handtasche mit sich führen darf. Erlaubt ist die Anwendung allerdings nur in Notsituationen zur Verteidigung, wenn man von anderen angegriffen wird. Wer das Pfefferspray ohne Notwendigkeit einsetzt, muss mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen.
Pfefferspray [1] enthält den Wirkstoff Capsaicin, der starke Reizungen, aber keine bleibenden Schäden an Augen und Atemwegen hervorruft. Die Reaktion soll lediglich den Angreifer außer Gefecht setzen, nicht verletzen. Nicht alle Sprays haben die gleiche Reichweite, ebenfalls ist zu beachten, dass zum Versprühen eine Sicherheitssperre entfernt werden muss.
Je nach Modell gibt das Spray dann einen Sprühnebel oder Strahl mit Wirkstoffen ab. Ein Strahl ist oft wirksamer, weil die Gefahr, selbst etwas abzubekommen (bei starkem Wind), reduziert wird. Ganz wichtig: unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern lagern!
In welchen Alltagssituationen kann Pfefferspray helfen:
- allein unterwegs in der Nacht
- bei unerwünschter Annäherung, Übergriffen, Drohgebärden
- Hundebegegnungen beim Joggen oder Wandern [2]
- bei Pannen oder beim nächtlichen Aussteigen aus dem Auto
Wirksame Alternative: Schrillalarm
Eine Alternative zum Pfefferspray ist ein sogenannter Schrillalarm, also ein kleines, handliches Gerät, über das im Ernstfall ein lautes Signal abgegeben werden kann. Dieses soll abschreckend auf den Angreifer wirken, aber auch Passanten und Zeugen auf die Situation aufmerksam machen. Im besten Fall lässt der Angreifer sofort ab oder aufmerksame Zeugen rufen die Polizei zur Unterstützung.
Neben den klassischen Schrillalarmen gibt es Modelle, die zusätzlich mit einer Taschenlampenfunktion ausgestattet oder in einem besonders stilvollen Design (perfekt als unauffälliges Accessoire für die Handtasche) gestaltet sind. Durch das Ziehen an einer Lasche oder Drücken eines Knopfes gibt das Gerät einen äußerst unangenehmen Ton (oft über 100 Dezibel [3]) ab. Daher sollte man diesen möglichst weit weg von den eigenen Ohren halten.
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