
Kreishaus Südliche Weinstraße
Foto: Pfalz-Express
SÜW – Landrat Dietmar Seefeldt und Ulrich Teichmann, Kreisbeigeordneter und Schuldezernent im Landkreis Südliche Weinstraße, haben sich mit einer Stellungnahme an die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) gewandt.
Sie kritisieren die Versetzung von Förderschullehrerinnen und -lehrern aus Schulen im Landkreis SÜW, die von der ADD angeordnet wurde. Der Grund dafür sei, dass in anderen Regionen des Landes ein Mangel an Förderschullehrkräften herrsche.
Die beiden Politiker bitten Hubig, die Versetzungen noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zurückzunehmen. Sie befürchten, dass die Schwerpunktschule in Annweiler, die einzige in der Zuständigkeit des Landkreises, und die beiden Förderschulen in Bad Bergzabern und Annweiler nicht mehr in der Lage sein werden, die Schüler angemessen zu fördern.
„Schwache Begründung der Landesregierung“
In dem Schreiben heißt es: „Wir bedauern diese Vorgehensweise ausdrücklich und sind in großer Sorge, dass die bisher geleistete Arbeit nun nicht mehr in dieser Qualität möglich sein wird.“
Seefeldt und Tecihmann halten es für eine schwache Begründung der Landesregierung, dass andere Gebiete den Lehrermangel im Norden des Landes ausgleichen sollen. „Unseres Erachtens ist der Mangel an Lehrkräften für die Förderschulen seit langem bekannt und resultiert auch durch die Einrichtung von zahlreichen Schwerpunktschulen und Förder- und Beratungszentren im ganzen Land. Hier wurden in der Vergangenheit zahlreiche Förderlehrerinnen und Förderlehrer eingesetzt, die nun an den Förderschulen fehlen.“
Seefeldt und Teichmann sind der Meinung, es handele sich um ein hausgemachtes Problem, das die Schüler benachteiligt, die bisher von diesen Lehrkräften unterrichtet wurden.
Schülerinnen und Schüler leiden unter den Versetzungen
Sie können nicht nachvollziehen, dass wegen dieser Vorgehensweise des Bildungsministeriums Schüler in der Schwerpunktschule in Annweiler und an den beiden Förderschulen in Trägerschaft des Landkreises zu leiden hätten. Sie bemängeln auch, dass nur Förderlehrer versetzt werden sollen, obwohl dies bei der Personalbemessung keinen Unterschied mache.
Wochenstunden in Annweiler und Bad Bergzabern werden drastisch reduziert
Im Detail: Die Schwerpunkschule Annweiler (Realschule plus) verliert 27 Förderschullehrer-Wochenstunden (FöLWstd) und verfügt im nächsten Schuljahr dann insgesamt nur noch über 17 solcher Wochenstunden sowie über 22 Wochenstunden einer Pädagogischen Fachkraft (PädF). Für elf Schülerinnen und Schüler mit Fördergutachten in mindestens sechs Klassen steht pro Kind dann rechnerisch nur noch 1,5 Stunden Unterricht durch die Förderlehrkraft zur Verfügung.
Darüber hinaus soll diese verbleibende Teilzeit-Förderlehrkraft dann noch die pädagogische Fachkraft sowie das restliche Kollegium beraten, Förderpläne für alle Fächer entwickeln, Diagnosen über Förderbedarfe stellen und Eltern beraten.
Die Situation an den Förderschulen in Annweiler und Bad Bergzabern sieht ähnlich aus. Hier werden bei gleichbleibenden Schülerzahlen FöLWstd abgezogen.
„Viele Kolleginnen und Kollegen an den Schulen engagieren sich in einem hohen Maße für ihre Schüler. Es werden freiwillig Unterrichtsstunden und Zusatzarbeit geleistet. Der Motivation und der Stimmung in den Lehrerzimmern wird mit den Versetzungen kein Zuspruch geleistet, im Gegenteil“, argumentieren Teichmann und Seefeldt in dem Schreiben.