Mittwoch, 21. April 2021

Schreckliche Schicksale von Jesidinnen: Schaufenster-Wanderausstellung in Germersheim

„Über Leben. Ezidinnen nach dem Femizid 2014 – Aufarbeitung – Gerechtigkeit – Menschenrechte“

19. Januar 2021 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kultur

Auch Sozialdezernent Christoph Buttweiler schaute sich die erschütternden Berichte der Frauen an.
Foto: KV GER

Germersheim – Die Ausstellung „Über Leben. Ezidinnen nach dem Femizid 2014 – Aufarbeitung – Gerechtigkeit – Menschenrechte“, die anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen gezeigt werden sollte und wegen der Pandemie verschoben wurde, ist jetzt in einem Schaufenster in der Ludwigstraße 22 in Germersheim zu sehen.

Die Ausstellung beinhaltet zwei Texttafeln und weitere 20 Tafeln mit zwölf Interviews und Fotos ezidischer (besser bekannt als Jesiden) Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt durch die Terrororganisation des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) wurden. Die Jesiden/Eziden sind eine Glaubensgemeinschaft, die im Nahen Osten oft Verfolgungen ausgesetzt ist. Unter dem Terror des IS haben jesidische Frauen im Irak und im Senegal besonders schwer leiden müssen.

In den Texten geht es um die Herkunft der Frauen, die Ankündigung und den Ablauf eines Femizids (Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts, Anm. d. Red), um Verschleppung, Versklavung, Befreiung, aber auch um die Zukunftswünsche der Jesidinnen.

Die Gleichstellungsbeauftragte für den Landkreis Germersheim, Lisa-Marie Trog, hat die Wanderausstellung nach Germersheim geholt: „Beeindruckt haben mich die Stärke und der Mut, den die Frauen aufbringen mussten, um über ihr Schicksal zu berichten. Es ist kaum vorstellbar, wie viel Willen es braucht, solche Taten auszuhalten.“

Auch Sozialdezernent Christoph Buttweiler hat sich die Ausstellung, die bis 3. Februar gezeigt wird, angesehen: „Über Leben zu sprechen und dabei die Hoffnung nicht zu verlieren, zeugt von einer Stärke, die mich sehr bewegt und beeindruckt.“ Landrat Dr. Fritz Brechtel: „Die Schicksale verdeutlichen einmal mehr, in welch einer privilegierten Situation wir leben. Die Berichte sollten uns demütig und dankbar machen.“

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Deutschen Frauenring Germersheim, dem Zentrumsmanagement Germersheim, dem Verein Women For Justice e.V. und dem Deutschen Frauenring e.V., gefördert durch UN WOMEN Nationales Deutsches Komitee e.V., umgesetzt.

 

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