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Rheinland-pfälzischer Justizminister Herbert Mertin nach Zusammenbruch gestorben

Herbert Mertin
Foto: Pfalz-Express

Mainz/Koblenz  – Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) ist am Freitag überraschend gestorben.

Das teilte die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Carina Konrad am Nachmittag mit. Der 66-jährige Mertin war am Vormittag bei einer Feierstunde für ehrenamtliche Richter in Koblenz kollabiert und im Krankenhaus für tot erklärt worden.

Mertin war zuerst von 1999 bis 2006 und dann wieder seit 2016 Justizminister von Rheinland-Pfalz. Von 2006 bis 2011 war er Fraktionsvorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Er war verheiratet und hinterlässt vier Söhne.

„Herbert Mertin war ein Vorbild und ein unermüdlicher Kämpfer für Rechtsstaatlichkeit und Freiheit“, sagte Konrad. „Sein Einsatz für Demokratie und Gerechtigkeit wird bleiben, seine Stimme wird fehlen.“

Von Umbrüchen in Chile geprägt

Mertin wurde 1958 in Temuco, Chile, als Sohn deutscher Einwanderer geboren. Die politischen Umbrüche der 1970er Jahre prägten ihn tief und machten ihn zu einem entschiedenen Verteidiger demokratischer Grundwerte.

1971 kehrte er mit seiner Familie nach Deutschland zurück, studierte Rechtswissenschaften und fand in der Freien Demokratischen Partei (FDP) seine politische Heimat. Seit 1983 engagierte er sich dort auf verschiedenen Ebenen, bis er 1999 erstmals das Amt des Justizministers von Rheinland-Pfalz übernahm. Von 2016 bis zu seinem Tod führte er das Ministerium erneut.

Politik würdigt Lebenswerk

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) würdigte Mertin als eine „feste Säule der Demokratie“. Sein Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und eine unabhängige Justiz habe das Land nachhaltig geprägt. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP)  betonte, dass seine eigenen Erfahrungen mit Diktatur und Unrecht ihn tief geprägt hätten und zu seinem lebenslangen Antrieb wurden.

Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) nannte ihn einen leidenschaftlichen Demokraten und eine bereichernde Persönlichkeit in der Landespolitik.

Daniela Schmitt und Carina Konrad erinnerten an ihn als „einen außergewöhnlichen Menschen mit klarem Kompass und tiefem juristischen Sachverstand“. Sein Einsatz für den Rechtsstaat und bürgerliche Freiheitsrechte sei beispielhaft gewesen.

Auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Schnieder, äußerte sich.  „Der plötzliche Tod von Herbert Mertin trifft uns sehr.“ Herbert Mertin sei ein Politiker mit klaren Grundsätzen, hohem juristischem Sachverstand und einer eindrucksvollen Rhetorik gewesen. Über Parteigrenzen hinweg habe er hohe Anerkennung und Respekt genossen.  (red/ dts Nachrichtenagentur)

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