
Symbilbild (KI): Pfalz-Express
Brennende Barrikaden, eingeschlagene Schaufenster, geplünderte Geschäfte und Zusammenstöße mit der Polizei: Am Samstagabend kam es auch in Barcelona zu schweren Ausschreitungen. Bei Protesten in Frankreich und Italien war die Situationen ebenfalls angespannt. In Rom drangen Demonstranten sogar auf das Gelände des berühmten Kolosseums vor.
Barcelona: Geschäfte geplündert, Barrikaden angezündet
Im Zentrum Barcelonas spielten sich am Samstagabend chaotische Szenen ab. Rund 600 überwiegend junge Männer versammelten sich an der Plaça de Catalunya. Viele waren schwarz gekleidet und vermummt. Aus der nicht angemeldeten Versammlung entwickelten sich massive Ausschreitungen.
Gruppen zogen durch die umliegenden Einkaufsstraßen, schlugen Schaufenster ein und plünderten Bekleidungs-, Elektronik- und andere Geschäfte. Müllcontainer, Motorräder und Fahrräder wurden zu Barrikaden aufgetürmt und angezündet. Auch Bushaltestellen, Ampeln und Straßenmobiliar wurden beschädigt.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Einsatzkräfte wurden mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Teile der Innenstadt wurden abgesperrt. Zahlreiche Geschäfte, darunter das große Kaufhaus El Corte Inglés, schlossen aus Sicherheitsgründen. Einige Kunden mussten zeitweise in den Geschäften bleiben und konnten diese erst später über Hinterausgänge verlassen.
Die Feuerwehr war mehrfach im Einsatz, um Brände zu löschen. Nach der am Sonntag veröffentlichten Polizeibilanz wurden 128 Menschen festgenommen, darunter 72 Minderjährige. Die Polizei meldete zudem mehrere verletzte Beamte, darunter vier Schwerverletzte.
Frankreich: Erneut Ausschreitungen in mehreren Städten
Bereits am vergangenen Wochenende war es in Frankreich zu schweren Ausschreitungen mit Plünderungen, Brandstiftungen und zahlreichen Festnahmen gekommen. Auch an diesem Samstag blieb die Lage angespannt. Hunderttausende Menschen gingen erneut auf die Straße.
Besonders in Paris, Marseille und Lyon kam es gegen Abend wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen. Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, errichteten Barrikaden und setzten Müllcontainer in Brand. Geschäfte wurden geplündert, Schaufenster beschädigt und Einsatzkräfte angegriffen. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen gewalttätige Gruppen vor. Auch aus Toulouse, Bordeaux und Lille wurden Zwischenfälle gemeldet.
Nach Angaben des französischen Innenministeriums beteiligten sich landesweit rund 410.000 Menschen an den Protesten. Fast 1.000 Personen wurden nach Behördenangaben festgenommen. Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen waren im Einsatz, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.
Italien: Demonstranten dringen ins Kolosseum ein – Proteste auch in anderen Städten
In Rom drang eine Gruppe von Demonstrantentrotz Sicherheitskontrollen in das Kolosseum ein. Nach kurzer Zeit verließen die Beteiligten das antike Bauwerk wieder. Schäden wurden keine bekannt. Auch in anderen Teilen der Hauptstadt kam es zu Spannungen mit der Polizei.
Besonders angespannt war die Lage aber in Mailand, wo es bereits am Wochenende zuvor schwere Ausschreitungen und Plünderungen gegeben hatte. Die Behörden verstärkten deshalb das Sicherheitsaufgebot mit zusätzlichen Polizisten und Soldaten.
Mehrere Tausend Menschen, darunter Studenten und pro-palästinensische Demonstranten, zogen durch die Mailänder Innenstadt. Beim Versuch, Polizeisperren zu überwinden, kam es zu Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften. Zahlreiche Geschäfte schlossen vorsorglich, größere Ausschreitungen wie in der Vorwoche blieben jedoch aus.
Auch aus Turin, Bologna und Florenz wurden Zusammenstöße mit der Polizei gemeldet.