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Ramstein: CDA besucht Air Base und nimmt wirtschaftliche Bedeutung der US-Präsenz in den Blick

Foto: CDA Rheinhessen-Pfalz

Ramstein – Welche Bedeutung hat die amerikanische Präsenz für die Beschäftigten und Unternehmen in der Westpfalz? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Besuchs der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) auf der Ramstein Air Base am 20. Oktober 2026. Patrick Redlingshöfer, Bezirksvorsitzender der CDA Rheinhessen-Pfalz, besuchte den US-Stützpunkt gemeinsam mit der CDA Westpfalz.

Neben der sicherheitspolitischen Bedeutung ging es um Arbeitsplätze und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den amerikanischen Standorten und der Region. Die CDA verwies dabei auf Beschäftigte der US-Einrichtungen, aber auch auf Handwerker, Händler, Gastronomen und Dienstleister, deren Geschäft mit der amerikanischen Präsenz verbunden ist.

Blick auf Beschäftigte und Familien

„Die deutsch-amerikanische Partnerschaft ist ein zentraler Pfeiler unserer gemeinsamen Sicherheit“, erklärte Redlingshöfer. In der Westpfalz schaffe sie zugleich Arbeitsplätze, wirtschaftliche Wertschöpfung und persönliche Verbindungen. Die CDA richte ihren Blick deshalb besonders auf Menschen, deren berufliche Existenz unmittelbar oder mittelbar von den US-Standorten abhänge.

Jonas Witzgall, Vorsitzender der CDA Westpfalz, betonte: „Wer bei Ramstein nur an Flugzeuge und Sicherheitspolitik denkt, greift zu kurz.“ Hinter der wirtschaftlichen Bedeutung stünden Beschäftigte und ihre Familien. Diese Arbeitnehmerperspektive habe die CDA bei ihrem Besuch hervorheben wollen.

Jonas Witzgall (li.) und Patrick Redlingshöfer.
Foto: CDA Rheinhessen-Pfalz

Studie zeigt Folgen früherer Truppenabzüge

Zur Einordnung verwies die CDA auf eine 2026 veröffentlichte Studie des ZEW Mannheim und der Universität zu Köln. Die Wissenschaftler Johannes Kochems und Jakob Schmidhäuser untersuchten, wie sich der Abzug amerikanischer Truppen nach dem Ende des Kalten Krieges auf die damaligen Standortregionen in Deutschland auswirkte.

Demnach ging rechnerisch etwa eine halbe Vollzeitstelle pro abgezogenem US-Soldaten verloren. Rund 61 Prozent der Arbeitsplatzverluste entfielen auf regionale Unternehmen außerhalb der Militärbasen. Beschäftigte, die durch eine Kasernenschließung ihre Arbeit verloren hatten, wiesen auch 15 Jahre später geringere Beschäftigungschancen auf. Ihre Löhne lagen langfristig rund 9,2 Prozent unter denen vergleichbarer Beschäftigter.

Auch die kommunalen Haushalte verzeichneten Einbußen: Die Einnahmen der untersuchten Standort- und Nachbargemeinden gingen zunächst um rund neun Prozent zurück. Langfristig lag das Minus bei etwa drei Prozent.

Die Ergebnisse beziehen sich auf historische Truppenabzüge. Sie sind keine Prognose für Ramstein und wurden nicht auf den heutigen Standort hochgerechnet.

Redlingshöfer und Witzgall sprachen sich dafür aus, mögliche Veränderungen an US-Standorten auch unter wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten zu diskutieren. Die Bedeutung der amerikanischen Präsenz für den Arbeitsmarkt der Westpfalz müsse stärker in die öffentliche Debatte einfließen.