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Polizeigewerkschaft zieht gemischte Bilanz der GenZ-Proteste

Foto: über dts Nachrichtenagentur

Bessere Schulen, bezahlbares Leben und mehr Mitsprache für junge Menschen: Mit diesen Forderungen hatte die Initiative „Gen Z regelt“ für Samstag (31. Oktober 2026) bundesweit zu Protesten aufgerufen. Auf den Straßen ging es allerdings längst nicht überall hauptsächlich um Bildung und Zukunftssorgen. Auch Palästina-Parolen und kommunistische Gruppen bestimmten mancherorts das Bild mit.

Der SWR berichtete aus Baden-Württemberg von überwiegend antifaschistischen Sprechchören und „Viva Viva Palästina“-Rufen. Die zuvor angekündigten Themen wie Mieten, Rente, Gesundheit und Bildung seien dagegen nur auf vereinzelten Plakaten aufgetaucht.

In Hamburg berichtete der NDR neben anderen Teilnehmern von kommunistischen und sozialistischen Gruppen und einigen Palästina- und Libanon-Flaggen. Die Kundgebungen waren damit keine einheitliche Stimme einer jungen Generation.

Wasserwerfer in Köln und Frankfurt, brennende Barrikaden in Hamburg

In Köln setzte die Polizei nach dem Ende der Kundgebung am Konrad-Adenauer-Ufer Wasserwerfer ein. Nach Polizeiangaben hatten Personen Einsatzkräfte mit Pyrotechnik und Steinen angegriffen. Ein Polizist wurde an der Hand verletzt und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen.

Bereits zuvor hatte die Polizei den geplanten Demonstrationszug wegen gezündeter Pyrotechnik und vermummter Teilnehmer untersagt. Die Veranstaltung wurde als Standkundgebung fortgesetzt.

Auch in Frankfurt griff die Polizei zu einem Wasserwerfer. Zuvor hatten Gewalttäter Beamte mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik angegriffen. Die Polizei löste die Demonstration nach wiederholten Böller- und Steinwürfen auf. Nach Angaben des hessischen Innenministers Roman Poseck (CDU) wurden mehrere Polizisten verletzt. Er sprach von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern.

In Hamburg rissen schwarz gekleidete und teils vermummte Personen Baustellenabsperrungen heraus und zündeten sie an. Einsatzkräfte wurden mit Pyrotechnik beworfen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und löschte das Feuer mithilfe eines Wasserwerfers.

Polizeigewerkschaft zieht gemischte Bilanz

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bewertete die eigentlichen Protestveranstaltungen positiv. „Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt“, sagte Andreas Roßkopf, GdP-Vorsitzender für den Bereich Bundespolizei, der „Rheinischen Post“.

Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen [1] habe sich die Lage jedoch in mehreren Städten zugespitzt. Roßkopf nannte Köln, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Berlin. Wo nötig, habe die Polizei „sehr konsequent und auch massiv eingegriffen“.

Die Gewalt sei von Gruppen ausgegangen, bei denen es sich um „autonome und zum Teil vermummte Personen“ gehandelt habe. „Die Einsatzkräfte bleiben nun in absoluter Bereitschaft, um eventuell weitere Ausschreitungen auch in den späten Abend- oder Nachtstunden zu verhindern“, sagte Roßkopf.

Insgesamt habe die Polizei die Lage gut im Griff. Massive Sachbeschädigungen seien nach seiner vorläufigen Einschätzung bisher ausgeblieben.