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Nikotin ist eines der bekanntesten Suchtmittel und wurde viele Jahrzehnte lang primär über Zigaretten und Pfeifen konsumiert. Wenn Sie im Alltag aufmerksam sind, werden Ihnen neue Varianten des Nikotinkonsums begegnen.
Seit Anfang der 2000er haben sich neue Trend etabliert, die dabei jedoch nicht harmlos oder unschädlich sind. Einige Alternativen zur Zigarette beanspruchen das Attribut der „Harm Reduction“, allerdings ist die gesündeste Variante immer noch der Verzicht. Wir verraten Ihnen, was hinter den verschiedenen Konsumformen steckt.
Wärmebehandelter Tabak in Beutelform
Unter dem Namen „Snus“ wird ein rauchloses Tabakprodukt in Portionsbeuteln genutzt, um dem Körper Nikotin zuzuführen. Sie riechen es als daneben stehende Person nicht, weil kein Rauch entsteht. Stattdessen werden Snus-Beutel in unterschiedlichen Sorten [1] unter die Oberlippe geschoben. Die Mundschleimhaut nimmt das Nikotin von dort auf und gibt es an den Körper weiter.
Es kommt zu den klassischen Wirkungen von Nikotin per Zigarette. Der Pulsschlag erhöht sich, Neurotransmitter wie Dopamin werden freigesetzt. Anders als Zigaretten muss Snus nicht erhitzt oder verbrannt werden. Die toxische Wirkung auf die Lunge, die beim Rauchen entsteht, entfällt daher.
Snus enthält echten Tabak, es gibt jedoch auch Nikotinbeutel auf Basis von Fasern. Hier ist ebenfalls Nikotin enthalten, allerdings ohne Tabak. Geht es um den Geschmack, ist nikotinfreier Snus eine Alternative. Mittlerweile gibt es auf dem Markt Beutel mit Koffein oder Vitamin-Mischungen anstelle von Nikotin.
E-Zigaretten-Markt in Deutschland wächst an
Rund vier Prozent der Deutschen nutzen E-Zigaretten [2], darunter möchten viele das klassische Rauchen aufgeben. Verglichen mit dem Anteil an Zigarettenrauchern in Deutschland ist die Anzahl recht gering. Laut einer Statista-Erhebung rauchen rund 17,1 Millionen Menschen im Land Zigaretten oder Tabak, gerade einmal 1,4 Millionen greifen zur E-Zigarette.
Die Alternative zur klassischen Tabakzigarette funktioniert ohne Tabak. Stattdessen wird ein Liquid aus Propylenglykol und Glycerin in einer Verdampfereinheit erhitzt. Hinzu kommen Nikotin und Aromen, um Geschmack ins Liquid zu bringen. Es gibt nikotinfreie Aromen für jene, die sich gern das Nikotin abgewöhnen möchten.
Es wird darüber diskutiert, ob E-Zigaretten weniger schädlich sein könnten als klassische Tabakzigaretten. Hier liegt die Annahme zugrunde, dass keine Verbrennung stattfindet. Da E-Zigaretten noch deutlich kürzer auf dem Markt sind als klassische Tabakzigaretten, braucht es weitere Langzeitstudien, für dauerhafte Aussagen.
Tabakerhitzer als Zwischenwelt zwischen E-Zigarette und Zigarette
Sie sehen der E-Zigarette zum Verwechseln ähnlich und trotzdem ähneln sie eher der Zigarette. Die Rede ist von Tabakerhitzern, bei denen komprimierter Tabak erhitzt, aber nicht verbrannt wird. Durch die Erhitzung entsteht ein Aerosol, das dann wie bei einer Zigarette inhaliert wird. Spezielle Tabaksticks für Erhitzer sind im Handel auf einem ähnlichen Preisniveau wie Zigaretten erhältlich.
Tabakerhitzer enthalten immer Nikotin, bislang gibt es keine Sorten ohne den Suchtstoff. Da sie keinen Rauch, sondern Aerosol erzeugen, gelten sie als weniger schädlich. Auch hier fehlt, wie bei E-Zigaretten, ein Langzeitnachweis.
Unabhängig von der Art des Genussmittels gilt immer, dass der Verzicht die beste Option ist. Nikotin macht abhängig und das schon nach kurzer Zeit. Trotzdem haben die Alternativen wie Snus, E-Zigaretten oder auch Tabakerhitzer einen Sinn, besonders wenn sie einem Raucher helfen, auf die Tabakzigarette zu verzichten.
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