
Foto über Verein Stadtbild Regionalverband Südpfalz e.V.
Landau – Der Regionalverband Stadtbild Deutschland e. V. sieht das Erscheinungsbild der Altstadt durch neu verlegte Pflasterflächen teilweise beeinträchtigt.
Architekt Joachim Weißmann, Sprecher des Vereins, lobt zwar grundsätzlich die zahlreichen Maßnahmen von Stadtverwaltung und Stadtrat zur Aufwertung der Innenstadt. So sei es „besonders lobenswert, dass man auf allerlei Weise den Leerstand bekämpfen und die Sanierung vieler heruntergekommener Häuser voranbringen will“. Dies zeige Bürgernähe und entspreche voll und ganz dem Anliegen des Vereins.
Gleichzeitig macht Weißmann aber auf Bedenken aufmerksam, die viele Bürgerinnen und Bürger teilen würden. Aus Sicht des Vereins passe die Farb- und Materialwahl des neuen Pflasters in manchen Bereichen nicht zu den historischen Straßenzügen der Innenstadt.
Weißmann verweist dabei insbesondere auf die Martin-Luther-Straße: Dort entstehe „der Eindruck einer mittelgrauen Betonwüste, die in einem beliebigen Neubaugebiet noch vertretbar wäre, in einer historischen Altstadt jedoch das Stadtbild erheblich belastet, weil es erkennbar die Harmonie von Häusern und Straßenraum zerstört.“

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Ähnlich kritisch bewertet der Verein die Gestaltung in der Waffenstraße. Auch dort harmonisiere die „kalte Farbe“ nicht mit den zahlreichen Sandsteinsockeln der Gebäude. Weißmann stellt in diesem Zusammenhang die Frage, ob vor Beginn der Arbeiten überhaupt eine fachgerechte Bemusterung der Beläge stattgefunden habe und wer letztlich dafür verantwortlich sei.
Der Stadtbild-Verein verweist zudem auf die Gestaltungssatzung, die für den Altstadtbereich gilt. Darin werde ausdrücklich gefordert, „Neues dem Bestehenden harmonisch einzufügen, in das Stadtbild zu integrieren und damit den historischen Kern Landaus unter Wahrung seines spezifischen Charakters behutsam weiterzuentwickeln“. Nach Ansicht Weißmanns gelte dies nicht nur für Gebäude, sondern ausdrücklich auch für Straßenbeläge.
Dass es durchaus gelingen könne, neue Flächen passend zu gestalten, zeige ein Teilabschnitt der Königstraße, in dem ockerfarbenes und damit warmes Pflaster verlegt worden sei. „Leider hat man hier nur ein kleines Stück in dieser verträglichen Form gestaltet – warum auch immer“, so Weißmann.

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Angesichts des Gesamteindrucks erneuert der Regionalverband Stadtbild Deutschland e. V. seine Forderung nach einem nachhaltigen Farbkonzept für Straßen, Plätze und Gebäude in Landau. Dabei, so Weißmann, könne sich insbesondere die neu eingerichtete Gestaltungskommission „erste Verdienste erwerben“.
Hintergrund:
Stadtbild Deutschland e. V. [1] setzt sich für den Erhalt historischer Stadt- und Ortsbilder sowie eine qualitätsvolle Baukultur ein. Ziel des bundesweit aktiven Vereins ist es, gewachsene Strukturen und ortstypische Architekturen zu bewahren, behutsam weiterzuentwickeln und dabei das Zusammenspiel von Gebäuden, Plätzen und Straßenräumen in Einklang zu halten.

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