
Quelle: Bachstelz Verlag
Der aus Annweiler-Queichhambach stammende Europäische Ethnologe Helmut Seebach hat im vergangenen Jahrzehnt Kontakt, Austausch und Diskussion mit den rund 70 europäischen Felsbildforschern gesucht, die sich ebenfalls dem Thema alpiner und skandinavischer Felsbilder annehmen.
Sie behaupten unisono, dass die Felszeichnungen – jeweils abhängig vom dargestellten Gegenstand – im Laufe von acht Jahrtausenden entstanden seien, ab der Mittelsteinzeit, über die Jungstein-, die Kupfer-, die Bronze- und die Eisenzeit bis hin zur Römischen Zeit und zum Mittelalter. Die meisten Felsritzungen werden von ihnen der Eisenzeit (1. Jahrtausend v. Chr.) zugerechnet.
Archäologen schließen aus den Motivbereichen der 100 000 Felsbilder der Val Camonica in der Lombardei – Waffen, Gerätschaften, Haustiere, Dorfpläne – auf ein altertümliches Volk (die Camuni) mit einer angeblich komplexen Wirtschaft wie Metallurgie, Textilherstellung, Ackerbau, Viehzucht und Handel.
Die gravierten Steine sollen angeblich vom Leben der alten „Camuni“ zeugen, einem Volk, das seit 8.000 Jahre vor Christus in diesem Gebiet gelebt haben soll, aber sonst durch keinen einzigen historischen oder archäologischen Tatbestand nachweisbar ist (sic!).
„Der grundsätzliche Fehler der europäischen Felsbildforscher ist, sie lesen die Bildmotive analog: Schwertkämpfer = Krieger, Hirsch = Hirsch-(jagd), Webrahmen = Weberhandwerk.
Sie lesen die Motive nicht allegorisch: Schwertkämpfer = miles christianus; Hirsch = Eustachius/Jesus, Webrahmen = Verwobenheit mit Gott etc.“, so Seebach in seinem Buch.
Es zeige sich in ihren Interpretationsversuchen ein „deutliches intellektuelles Vakuum“, so Seebach weiter.
„Aufgrund eines „Gutachtens“ des italienischen Professors Emanuelle Anati wurde 1979 die Bilderwelt der Val Camonica zum ersten Weltkulturerbe der UNESCO in Italien erklärt – ein Heimspiel also! Er ordnete ohne schlüssige Beweisführung per definitionem die Felszeichnungen chronologisch der Prähistorie zu, was bis heute gebetsmühlenhaft und ungeprüft wiederholt wird“, kritisiert der Ethologe.
Gleiches sei aufgrund derselben Vorannahme so genannten „archäologischen Parks“ in Dänemark und Schweden (Tanum, Bohuslän) widerfahren. Seebach: „Mit ihnen soll nach deren Selbstdarstellung das angebliche „Leben der frühen Ahnen vor Augen geführt werden“ aus der Frühzeit Europas. Dieses falsche Geschichtsbild wird vermutlich noch in Jahrzehnten unverändert kolportiert werden.“
Die Geschichte Europas dürfe aber nicht auf „unsicherem Boden gebaut“ sein, sonst komme sie in ein „unaufhaltsames Rutschen – nach rechts“, wie man dies seit den 2020er Jahren tagtäglich erleben könne.
Helmut Seebach korrigiert laut eigener Aussage in seinem Werk den „falschen Ansatz der europäischen Felsbildforscher“ mit seinem Verweis auf die reformierten Schweizer Religionsflüchtlinge, die mit den biblisch konnotierten Felsbildern ein Zeugnis ihre Glaubens ablegen und ikonographisch in der Tradition der Renaissancekünstler stehen wie Albrecht Dürer, Lukas Cranach und Hans Holbein.
Lesezeichen:
Helmut Seebach. Der Irrtum der europäischen Archäologie im Val Camonica (Italien). Zur Neuorientierung der Kultur und Geistestradition Europas.
Bachstelz-Verlag 2025. ISBN: 978-3-924115-50-0. Preis: 25,- Euro
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]