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Nach Tötung von Drogenboss „El Mencho“: Unruhen und Gewalt in mehreren mexikanischen Bundesstaaten

Symbolfoto (AI): Pfalz-Express

Jalisco/Guadalajara – Der meistgesuchte Drogenboss Mexikos ist tot: Nemesio Oseguera Cervantes, genannt „El Mencho“, wurde bei einem Militäreinsatz im Bundesstaat Jalisco getötet.

Der Kartellboss war bei einer Razzia in der Stadt Tapalpa verwundet worden und später während des Transports nach Mexiko-Stadt gestorben.

Die Regierung spricht von einem bedeutenden Schlag gegen das organisierte Verbrechen. Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht kam es in mehreren Regionen zu gewaltsamen Reaktionen.

Der Anführer des Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG) galt als der einflussreichsten Kartellchefs des Landes. Die USA hatten ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Sein Kartell ist international aktiv und vor allem für den Schmuggel synthetischer Drogen wie Fentanyl bekannt.

Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“ wurde bei einer Spezialoperation des mexikanischen Militärs getötet. Foto: x.com

Gewaltige Reaktionen in mehreren Bundesstaaten

Nur Stunden nach dem Einsatz meldeten Behörden Straßensperren, brennende Fahrzeuge und Angriffe auf Infrastruktur. Besonders betroffen war die Metropolregion Guadalajara, aber auch aus anderen Teilen von Jalisco sowie angrenzenden Bundesstaaten wurden Zwischenfälle gemeldet.

In einigen Regionen blieben am Montag Schulen geschlossen, Buslinien wurden eingestellt, Sicherheitskräfte patrouillieren verstärkt. Auch in der Küstenregion rund um Puerto Vallarta, einem vor allem bei US-amerikanischen und kanadischen Touristen beliebten Ort, wurden Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Offizielle Stellen riefen die Bevölkerung dazu auf, zuhause zu bleiben und Gerüchte in sozialen Netzwerken nicht weiterzuverbreiten. Von Reisen nach Mexiko, insbesondere in die Provinz Jalisco, wird abgeraten. Auch der Flugverkehr ist eingeschränkt, nachdem am Sonntag am Flughafen von Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos, eine Massenpanik ausgebrochen war, da Schüsse zu hören gewesen sein sollen. 

Regierung spricht von gezieltem Schlag

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, der Einsatz sei das Ergebnis längerer Ermittlungen. Auch US-Geheimdienste sollen an der Vorbereitung beteiligt gewesen sein. Ziel sei es gewesen, die Führungsstruktur eines der mächtigsten Kartelle des Landes entscheidend zu treffen. Man arbeite daran, die öffentliche Sicherheit in den betroffenen Regionen zu stabilisieren.

Sicherheitsanalysten verweisen darauf, dass solche Operationen häufig kurzfristige Spannungen nach sich ziehen, etwa durch interne Neuordnungen innerhalb der Organisation oder durch demonstrative Reaktionen bewaffneter Gruppen.

Lage bleibt gefährlich

Mehrere Länder haben ihre Sicherheits- und Reisehinweise für Mexiko verschärft, weil es nach dem Militäreinsatz und dem Tod von „El Mencho“ weiterhin zu Gewaltausbrüchen, Straßensperren und Brandstiftungen in verschiedenen Bundesstaaten kommt.

Die deutsche Botschaft rät, sich an sicheren Orten wie Hotels aufzuhalten und unnötige Fahrten zu vermeiden; es wird außerdem empfohlen, nicht gegen Straßensperren vorzugehen und Anweisungen der Behörden zu folgen. Die US-Regierung hat für Teile von Jalisco, Tamaulipas, Michoacán, Guerrero und andere Regionen eine Sicherheitsmeldung veröffentlicht, in der amerikanische Staatsbürger aufgefordert werden, sich solange wie nötig in geschützten Räumen aufzuhalten, Menschenansammlungen zu meiden und aktuelle lokale Informationen zu verfolgen. (red)

 

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