Magdeburg – Tage vor der geplanten Eröffnung stand der Magdeburger Weihnachtsmarkt vor dem Aus. Nun gibt es Entwarnung. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Stadt, Landesverwaltungsamt und Landesregierung ist der Weg für den Markt frei.
Am Montag hatte Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) überraschend erklärt, die Genehmigung könne nicht erteilt werden. Hintergrund waren erhebliche Bedenken des Landesverwaltungsamts zum vorgelegten Sicherheitskonzept. Die Stadt warnte vor einer möglichen Absage und wandte sich mit einem offenen Brief direkt an Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), um Unterstützung zu erbitten.
Die Situation war besonders brisant: Zeitgleich begann in Magdeburg der Prozess gegen den Mann, der im Dezember 2024 mit einem Auto in den Weihnachtsmarkt gerast [3] war. Sechs Menschen kamen damals ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Dass ausgerechnet jetzt ein erneutes Sicherheitsdebakel drohte, sorgte für große Verunsicherung.
Nach einem Krisengespräch, zu dem Haseloff am Dienstag aufgerufen hatte, kam am Mittwoch die Wende. Oberbürgermeisterin Borris und Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes, einigten sich auf eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen. Diese sollen das bestehende Konzept ergänzen und die Genehmigung ermöglichen. „In Umsetzung dieser Maßnahmen wird die Marktfestsetzung erteilt werden können“, erklärte Borris anschließend.
Die Stadt will nun mit Hochdruck die Auflagen umsetzen. Bereits am kommenden Montag soll gemeinsam mit der Polizei eine Begehung des Geländes stattfinden, um die Details final abzustimmen.
Der Konflikt hatte sich an der Bewertung des umfangreichen Sicherheitskonzepts entzündet: Das Landesverwaltungsamt hatte die 152-seitige Vorlage sowie ein zusätzliches Papier zum Überfahrschutz zunächst als „nicht genehmigungsfähig“ eingestuft. Nach der politischen Intervention und den Nachbesserungen gilt der Weihnachtsmarkt nun aber als abgesichert.
Für die Magdeburger bedeutet die Einigung vor allem eines: Der Weihnachtsmarkt kann wie geplant beginnen – wenn auch mit etwas mehr Aufwand hinter den Kulissen als gewöhnlich. (red)
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