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Miteinander mitten im Leben: Rotkreuzstift-Sommerfest macht Modellvorhaben greifbar

Am Infostand informierten sich die Besucher über das Modellvorhaben und brachten ihre Ideen ein.
Quelle: DRK-Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e. V.

Neustadt. Im Juni machte die Hitzewelle die Pläne zunichte, diesmal öffnete der Himmel seine Schleusen. Da traf es sich gut, dass das traditionelle Sommerfest des Rotkreuzstifts Bewohnern und Angehörigen einen schönen Nachmittag bot – und erstmals auch den Menschen aus der Nachbarschaft.

Als Auftakt zum Modellvorhaben bekam die bewährte Mischung aus Kulinarik, buntem Programm und gemütlichem Beisammensein dieses Jahr frischen Wind durch die neuen Gäste. An einem Infostand konnten sich Interessierte aus dem Quartier über das Vorhaben informieren und an der Bedarfsumfrage teilnehmen.

Das Sozialministerium Rheinland-Pfalz fördert das Projekt „Gesundheits- und Begegnungszentrum Rotkreuzstift“ als Modellvorhaben. Mit dem bis Ende 2027 angelegten Pilotprojekt für die Region öffnet die stationäre Altenpflegeeinrichtung ihre Tore ins Quartier, um den Menschen der Nördlichen Vorstadt und des Schöntals pflegerisch-therapeutische Leistungen anzubieten.

Als Baukastensystem konzipiert, werden die Angebote Schritt für Schritt umgesetzt. Das Altenheim und das gegenüberliegende Betreute Wohnen bleiben unverändert bestehen und profitieren vom erweiterten Angebot.

Zusätzlich soll das Zentrum Treffpunkt und Ort für soziale Aktivitäten werden – was sich am Sommerfest trotz Regen gut anließ. Nach Pfälzer Art „zusammengehockt“ auch im Regen: „Leckeres Essen und Musik, so rettet man einen Regentag“, äußerte sich ein Nachbar.

Über die Einladung habe er sich gefreut, denn „es gibt ja hier nicht viel, wo man hinlaufen kann“. Rund 40 zusätzliche Anmeldungen waren bei der Schwesternschaft eingegangen. Der heftige Regen machte vielen einen Strich durch die Rechnung. Umso gemütlicher erschien der helle Speisesaal, in den einige Aktivitäten verlagert wurden – die Hartgesottenen saßen unter den großen Schirmen und Pavillons draußen.

Einrichtungsleitung und Vorsitzende der Schwesternschaft Barbara Baltus war im Regencape den ganzen Nachmittag von Tisch zu Tisch unterwegs. In ihrer Eröffnungsrede betonte sie den besonderen Wert von Begegnung und Gemeinschaft: „In unserem Altenheim legen wir schon immer großen Wert darauf, Menschen am sozialen Leben teilhaben zu lassen.

Mit dem Modellvorhaben möchten wir mehr Menschen etwas Gutes tun und zu solidarischen Nachbarschaftsstrukturen beitragen.“Das Betreuungsteam sorgte dafür, dass die Stimmung gut blieb. Wer konnte und wollte, kam beim Mitmach-Sitztanz in Bewegung und schunkelte zur Musik. Die Ergebnisse der kreativen Aktivitäten im Haus konnten die Besucher sogar mit nach Hause nehmen – ein kleiner Basar mit selbst hergestellten Kunstwerken der Bewohner lud zum Stöbern ein.

Ein Highlight war die Versteigerung des Betreuungsteams als Spaßaktion: Zu ersteigern gab es vor allem Zeit – als Begleitung zum Essen, für Spaziergänge, Einkaufen oder Vorlesen, alles ehrenamtlich.Der Nachmittag klang zu Regenplätschern und Musik gutgelaunt aus.

„Das Fest bestätigt uns darin, dass es richtig war, den Baustein ‚Begegnung‘ mit in unser Konzept zu nehmen“, zeigt sich Baltus zufrieden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die nächste Veranstaltung auf die Beine zu stellen – irgendwann müssen wir ja mal Glück mit dem Wetter haben. Zudem organisieren wir das erste präventive Angebot.“

In wenigen Wochen soll auch der Bücherschrank für alle Nachbarn zugänglich sein, eine Tauschbörse für Lesestoff, die perspektivisch um Leserunden mit Kaffee und Kuchen ergänzt werden soll. Auch eine rollstuhl- und rollatorgerechte Begegnungsbank auf dem Gelände wird bald dazu einladen, sich ein freundliches Wort zu schenken.

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