
Symbolbild: Pixabay/sabinevanerp
Mit einer erfundenen Geschichte über einen tödlichen Verkehrsunfall haben Betrüger eine Seniorin in Minfeld um knapp 90.000 Euro gebracht.
Am Freitag, 9. Oktober 2026, gegen 19.30 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf von einem unbekannten Mann. Dieser gab sich als Arzt eines Krankenhauses in Karlsruhe aus.
Er behauptete, ihr Sohn habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Um zu verhindern, dass ihr Sohn ins Gefängnis müsse, solle die Frau eine Kaution bezahlen.
Erst 67.000 Euro – dann noch mehr Geld und Gold
Gegen 21.30 Uhr erschien ein unbekannter Mann am Hoftor des Wohnanwesens der Seniorin. Sie übergab ihm mehr als 67.000 Euro Bargeld. Doch damit war der Betrug nicht beendet.
Etwa eine Stunde später, gegen 22.30 Uhr, riefen die Täter erneut an und fragten nach weiteren Wertgegenständen. Die Seniorin übergab daraufhin einem unbekannten Abholer nochmals 19.000 Euro Bargeld und drei Goldketten im Wert von rund 3.000 Euro. Insgesamt erbeuteten die Täter damit knapp 90.000 Euro.
Wie alt die Dame genau war, wollte die Polizei auf Nachfrage des Pfalz-Express aus Datenschutzgründen nicht mitteilen. Zu leicht seien Personen in den kleinen Dörfern dadurch zu identifizieren und zum Schock, betrogen worden zu sein, käme dann zusätzlich noch die Scham, so ein Polizeisprecher.
Polizei sucht Zeugen in Minfeld
Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermittelt und bittet um Hinweise. Gesucht werden Personen, die am Freitagabend im Bereich der Hauptstraße zwischen der Saarstraße und der Straße Lettenberghof verdächtige Menschen oder Fahrzeuge beobachtet haben.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 0621 963-23312 oder per E-Mail an KDLudwigshafen.KI3.K31@polizei.rlp.de [1] entgegen.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Bei sogenannten Schockanrufen setzen Betrüger ihre Opfer mit erfundenen Notfällen unter Druck. Häufig behaupten sie, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht und könne nur durch eine sofortige Geldzahlung vor einer Haft bewahrt werden.
Die Polizei weist darauf hin, dass sie niemals Geld oder Wertsachen durch angebliche Zivilbeamte abholen lässt.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und selbst Kontakt mit dem betroffenen Angehörigen oder der Polizei aufnehmen. Persönliche Angaben zu Vermögen und Bankkonten sollten nicht an unbekannte Anrufer weitergegeben werden.
Betroffene können sich außerdem an die Opferschutzberatung der Polizei unter 0621 963-21160 oder 0621 963-21162 wenden.
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