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Messerangriff am Essener Hauptbahnhof

Symbolbild: Pfalz-Express

Essen – Ein junger Mann wurde am Sonntagabend (7. Dezember) am Essener Hauptbahnhof durch Messerstiche schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich kurz nach einer großen Demonstration syrischer Staatsangehöriger in der Innenstadt, die den ersten Jahrestag des Sturzes des Assad-Regimes feierte.

Die Polizei ermittelt mit einer Mordkommission, ob ein Zusammenhang zwischen der Veranstaltung und der Tat besteht.Der Angriff geschah gegen 18 Uhr in der Nähe des Weihnachtsmarkts und direkt vor dem Eingang des Hauptbahnhofs. Laut Augenzeugenberichten und Polizeiangaben soll das Opfer – ein junger Mann in den 20ern – von einem Unbekannten von hinten angegriffen und mit mehreren Stichen in den Rücken verletzt worden sein.

Der Verletzte wurde sofort von Rettungskräften versorgt und notoperiert. Sein Zustand gilt als stabil, aber ernst. Der mutmaßliche Täter floh unmittelbar nach der Tat und ist bislang flüchtig.

Eine Fahndung läuft.Nur Stunden zuvor hatte in der Essener Innenstadt eine Versammlung mit rund 10.000 Teilnehmern stattgefunden. Die Demonstration, organisiert von der Initiative „Syrischer Jasmin“, markierte den Jahrestag des Regimewechsels in Syrien am 8. Dezember 2024. Ursprünglich waren 2.500 Teilnehmer angemeldet, doch die Zahl stieg unerwartet stark an.

Hunderte syrische Flaggen wehten, und es gab Jubelschreie sowie Reden, die den Fortschritt im Heimatland thematisierten. Die Polizei berichtet von vereinzelten Pyrotechnik-Einsätzen, die Veranstaltung verlief jedoch insgesamt ohne größere Zwischenfälle.

Ein möglicher Bezug zur Demonstration wird derzeit geprüft. Die Polizei gibt an, dass unklar ist, ob das Opfer oder der Täter mit den Demonstranten in Verbindung stehen. „Wir schließen keinen Zusammenhang aus, aber es gibt derzeit keine Hinweise darauf“, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Die Mordkommission der Essener Staatsanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen und plant, am Montagmorgen weitere Details zu veröffentlichen.

Der Vorfall sorgt in der Stadt für Betroffenheit. Lokale Politiker und Vertreter der syrischen Community äußerten sich schockiert und appellierten an die Öffentlichkeit, um Hinweise zu geben.

„Solche Gewalt hat in unserer Stadt keinen Platz“, sagte der Essener Oberbürgermeister in einer ersten Reaktion. Die Polizei ruft Zeugen auf, sich zu melden: Die Hotline lautet 0201/829-0.Dieser Vorfall ist der zweite Messerangriff in der Region innerhalb kurzer Zeit. Kürzlich kam es in Dortmund zu einem ähnlichen Vorfall auf einem Marktplatz. Die Behörden betonen, dass die Sicherheitslage in NRW weiterhin beobachtet wird, insbesondere an belebten Orten wie Bahnhöfen.

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