
Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz am 3.11.2026.
Foto: über dts Nachrichtenagentur
Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) pocht auf eine europäische Rolle bei den Gesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges.
So oft Merz dies aber betont: Bisher hat Europa so gut wie gar keine Rolle bei der Vermittlung von Friedensgesprächen gespielt.
Ein Grund dafür ist, dass der direkte diplomatische Kontakt zu Kremlchef Wladimir Putin insbesondere von deutscher Seite weitgehend ausblieb. Hinzu kommt, dass Washington und Moskau ihre Gespräche bevorzugt direkt miteinander führen, während die Europäer häufig außen vor bleiben.
Ein weiterer Grund sind die unterschiedlichen Positionen innerhalb der EU: Während einige Staaten für direkte Gespräche mit Moskau eintreten, lehnen andere diese ab, solange Russland keine Zugeständnisse macht. Einen gemeinsamen europäischen Unterhändler gibt es bislang nicht. Für die nächste Verhandlungsrunde haben die USA, Russland und die Ukraine erneut ein Gesprächsformat ohne europäische Beteiligung vorgesehen.
Hehre Wünsche: Europa will, Russland soll
„Europa muss und will in diesem Prozess eine Rolle spielen“, sagte Merz am Dienstag nach einem Treffen [1] mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Kanzleramt. „Zentrale Elemente einer Friedenslösung, sei es zu Sanktionen oder zur Sicherheitsarchitektur, können nur mit uns Europäern gelöst werden.“ Das wüssten alle Beteiligten auch sehr genau.
Jetzt sei es an Russland, zu zeigen, dass man zu „ernsthaften Verhandlungen“ bereit sei. „Wir werden bis dahin den Druck auf Moskau erhöhen und die Ukraine weiter mit aller Kraft unterstützen“, so Merz. Das sei auch im eigenen Interesse der Europäer. „Wir tun es, weil es für unsere Sicherheit, für die politische und die Friedensordnung in ganz Europa wichtig ist.“
(red/cli/dts Nachrichtenagentur)