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Merz: Deutscher Atomausstieg ist irreversibel

Symbolfoto: Lukas Lehotsky

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat den deutschen Ausstieg aus der Atomkraft als „irreversibel“, also unumkehrbar, bezeichnet.

Auf einer Pressekonferenz erklärte er, die Entscheidung früherer Bundesregierungen lasse sich heute nicht mehr rückgängig machen. 

Die Aussage fiel vor dem Hintergrund einer neuen Debatte über die Rolle der Kernenergie in Europa. EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor erklärt, dass die Abkehr von der Atomkraft aus heutiger Sicht ein „strategischer Fehler“ gewesen sei.

Von der Leyen fordert neue Atomstrategie

Von der Leyen äußerte sich auf einem internationalen Gipfel zur Kernenergie in Frankreich. Dort sagte sie, Europa habe sich mit dem Rückgang der Kernenergie von einer zuverlässigen und emissionsarmen Energiequelle entfernt. Während 1990 noch etwa ein Drittel des europäischen Stroms aus Atomkraft stammte, liegt der Anteil heute nur noch bei rund 15 Prozent.

Die EU Kommission will deshalb neue Technologien wie kleine modulare Reaktoren stärker fördern. Dafür kündigte von der Leyen finanzielle Unterstützung für Investitionen in neue Atomtechnologien an. Ziel sei es, dass solche Reaktoren Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein könnten.

Merz: Fehler, aber nicht rückgängig zu machen

Bundeskanzler Merz schloss sich inhaltlich teilweise der Einschätzung von der Leyens an. Auch er bezeichnete den deutschen Atomausstieg bereits früher als einen strategischen Fehler. Dennoch ist er der Ansicht, dass eine Rückkehr zur Atomkraft derzeit nicht realistisch sei.

Deutschland habe seine letzten Kernkraftwerke bereits abgeschaltet, und die Energiepolitik sei inzwischen vollständig auf erneuerbare Energien und den Ausbau der Stromnetze ausgerichtet. Ein Wiederaufbau der Atomkraft würde nach Einschätzung von Experten viele Jahre dauern und erhebliche Investitionen erfordern.

Neue Diskussion über Europas Energiepolitik

Die Aussagen haben eine erneute Debatte über die zukünftige Energiepolitik in Europa ausgelöst. Mehrere EU Staaten, darunter Frankreich, setzen weiterhin stark auf Kernenergie oder planen neue Reaktoren. Deutschland verfolgt dagegen weiterhin den Ausbau von Wind und Solarenergie.

Vor allem geopolitische Krisen und steigende Energiepreise haben die Diskussion zuletzt verschärft. Kritiker des Atomausstiegs argumentieren, Europa habe sich damit einer wichtigen Energiequelle beraubt. Befürworter halten dagegen, dass erneuerbare Energien langfristig die nachhaltigere und sicherere Lösung darstellen.

 

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