
Melanie Renner-Günther (Mitte) ist die strahlende Siegerin des Contests.
Foto: Jens Engel
Zeiskam/Krefeld – Eine Pfälzerin hat Deutschland erobert: Melanie Renner-Günther aus Zeiskam hat den Titel „Fräulein Kurvig“ 2025 gewonnen.
Die 30-Jährige setzte sich gegen über 2000 Bewerberinnen durch und wurde als erste Frau aus der Pfalz zur „schönsten kurvigen Frau Deutschlands“ gekrönt. Im Interview mit dem Pfalz-Express spricht die frisch gekrönte Titelträgerin über ihre überwältigende Unterstützung, ihre Motivation und ihre Botschaft für mehr „Bodypositivity“.

Fräulein Kurvig 2025 kommt aus Zeiskam
Foto: privat
Der Sieg bei der bundesweiten Gala in Krefeld kam für Melanie Renner-Günther völlig überraschend. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, erzählt sie. „Umso größer ist jetzt natürlich die Freude.“ Besonders emotional war für sie die Unterstützung vor Ort: Etwa 20 Fans hatten den Weg nach Krefeld auf sich genommen, die Mehrheit kam aus dem benachbarten Lustadt.
„Unterstützt wurde ich vor allem von meinen Tanzmädels, meiner besten Freundin, meiner Familie sowie Freundinnen. Mein Mann Helge und meine Tochter Valentina waren selbstverständlich auch mit dabei und natürlich meine größten Fans“, berichtet sie.
Im Vorfeld hatte das Team einen Aufruf gestartet, wer mitkommen möchte. „Daher tut es mir sehr leid, dass nicht alle das mitbekommen haben. Sonst wäre es natürlich schön gewesen, wenn noch mehr dabei gewesen wären.“ Die Reaktionen vor Ort waren durchweg positiv: „Die Unterstützung war für mich überwältigend und sehr emotional – stolz und herzlich.“
Fräulein Kurvig steht für „Bodypositivity“, Selbstliebe, Vielfalt und Akzeptanz. Der Wettbewerb möchte zeigen, „dass Schönheit nichts mit Konfektionsgrößen zu tun hat“. Für Melanie Renner-Günther war die Teilnahme eine Herzensangelegenheit: „Mir war es besonders wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch genau richtig ist, so wie er ist. Das Schönste an einem Menschen ist der Mensch selbst.“

Melanie und die österreichische Schlagersängerin Adriana (l.).
Foto: privat
In unserer Gesellschaft werde leider oft oberflächlich geurteilt, und viele Menschen würden aufgrund ihrer Figur nicht wirklich gesehen. Eine persönliche Erfahrung motivierte sie zur Bewerbung: „Im Frühjahr habe ich selbst eine sehr unschöne Erfahrung in Bezug auf meine Figur gemacht. Genau deshalb habe ich mich beworben, da ich aus jeder negativen Situation etwas Positives machen möchte.“
In einer schweren Zeit das Beste herauszuholen und nun als erste Pfälzerin den Titel in die Region zu holen, macht sie „unglaublich stolz“. Wichtig sei: Bei Fräulein Kurvig ginge es nicht primär um das Aussehen. „Ausschlaggebend waren vielmehr die Einstellung, der Umgang mit dem Thema Körper, Ehrlichkeit, Authentizität und ob man mit sich selbst im Reinen ist. Ebenso wichtig war, ob man anderen Mut machen kann, offen zu ihrer Figur zu stehen und sich nicht zu verstecken.“
Für das kommende Jahr möchte Melanie Renner-Günther ihre Message verbreiten: „Das Schönste an dir bist du. Jeder Mensch ist richtig, wie er ist, und wir sollten einander mit mehr Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt begegnen.“ Wenn sie damit anderen Mut machen könne, „ihren Alltag oder ihr Leben selbstbewusster zu gehen und sich nicht alles gefallen zu lassen, wenn negative Kommentare kommen, dann habe ich mein Ziel erreicht.“
Abschließend ein Augenzwinkern in Richtung Heimat: „Die Verbandsgemeinde Bellheim hat nun einiges zu bieten. Neben einer Olympiasiegerin aus Bellheim [1] gibt es jetzt auch Deutschlands schönste kurvige Frau aus Zeiskam.“

Melanie mit Fans
Foto: privat
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