
V.li.: Ansgar Kauff (Leiter Bau- und Flächenmanagement), Martin Koller (stv. Unterbringungsleiter im Jugendmaßregelvollzug in Vertretung für Dr. Wolfgang Weissbeck), Markus Geib (Pädagogisch-Pflegerischer Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, KJPP), Dr. Günther Stratmann (Chefarzt der Klinik KJPP), Nicole Steingaß (Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit), Hans-Ulrich Ihlenfeld (Bezirkstagsvorsitzender), Paul Bomke (Geschäftsführer des Pfalzklinikums), Kathrin Flory (Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Bad Bergzabern), Ralf Dreisigacker (Pädagogisch-Pflegerischer Bereichsleiter im Jugendmaßregelvollzug, Johanna Kern (Projektsteuerin im Bau- und Flächenmanagement).
Foto: Pfalzklinikum
Klingenmünster – Der Jugendmaßregelvollzug am Pfalzklinikum wird erweitert. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben Vertreter des Klinikums und des Landes Rheinland-Pfalz den Startschuss für das Bauprojekt gegeben. Mit dabei war auch Staatssekretärin Nicole Steingaß vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit.
Künftig sollen dort 30 statt bisher 20 junge Menschen stationär behandelt werden. Der Neubau soll vor allem die Unterbringung und die Therapiebedingungen verbessern.
Mehr Raum und bessere Bedingungen
Geplant ist ein moderner Gebäudekomplex mit einem geschützten, begrünten Innenhof, der jederzeit zugänglich ist. Außerdem entsteht eine Sporthalle im gesicherten Bereich. Insgesamt wächst die Nutzfläche deutlich – von bislang 1.307 auf künftig 2.319 Quadratmeter.
Ein wichtiger Punkt des Konzepts ist die Trennung zwischen geschlossenem Therapiebereich und offenem Rehabilitationsbereich. Zudem soll es mehr Raum für Unterricht, Ausbildung, Therapie und Rückzug geben.
Behandlung statt Haft
Im Jugendmaßregelvollzug werden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren behandelt, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Straftaten begangen haben. Sie sind von einem Gericht als schuldunfähig oder eingeschränkt schuldfähig beurteilt worden. Die Unterbringung erfolgt daher nicht im Gefängnis, sondern auf richterliche Anordnung in einer spezialisierten Einrichtung.
Therapie, Schule und Ausbildung sollen die jungen Menschen wieder in die Gesellschaft eingliedern und ihnen ein Leben ohne Straftaten ermöglichen.
Der leitende Arzt Dr. Wolfgang Weissbeck und Ralf Dreisigacker, Pädagogisch-Pflegerischer Bereichsleiter im Jugendmaßregelvollzug, erklärten, mit dem größeren Raumangebot könne die Behandlung stärker differenziert werden. Zudem könnten schutzbedürftige Patienten besser versorgt werden.
Unterstützung aus Politik und Region
Auch Geschäftsführer Paul Bomke betonte die Vorteile des Neubaus: Künftig könnten mehr Patienten aufgenommen und die Bedingungen für die Therapie deutlich verbessert werden.
Hans-Ulrich Ihlenfeld, Bezirkstagsvorsitzender und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Pfalzklinikums, sprach von einem wichtigen Signal für die Region. Der Erweiterungsbau zeige, dass der Träger gemeinsam mit dem Land auf einen modernen Jugendmaßregelvollzug setze.
Das Land Rheinland-Pfalz finanziert das Projekt mit rund 24,2 Millionen Euro. Staatssekretärin Nicole Steingaß erklärte, mit der Investition würden bessere Bedingungen für Therapie, Bildung und Betreuung geschaffen. Gleichzeitig eröffne der Neubau den Jugendlichen neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben.
Die Bauzeit ist auf etwa vier Jahre angesetzt. Auch Nachhaltigkeit spielt bei dem Projekt eine wichtige Rolle. Geplant sind unter anderem eine Geothermieanlage für Heizung und Kühlung, eine gute Dämmung, begrünte Dächer und eine Photovoltaikanlage. Zudem sollen recyclingfähige Materialien und wiederverwendeter Beton eingesetzt werden.
Der Jugendmaßregelvollzug in Klingenmünster ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz.
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