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Mehr Lebensqualität in der historischen Altstadt von Annweiler

Bauen und Wohnen war das Thema des 1. Bürgerworkshops.

Annweiler. Wie lässt sich die historische Innenstadt attraktiver gestalten? Wo besteht Sanierungsbedarf, und welche Verbesserungen wünschen sich die Bürger?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich am Dienstagabend mehr als 40 Teilnehmer beim ersten Bürgerworkshop „Bauen und Wohnen“ im Hohenstaufensaal.

Mit dabei waren Stadtbürgermeisterin Carmen Winter, ihre Beigeordneten Benjamin Burckschat und Britta Horn sowie Trifels Gas Geschäftsführer Sven Dausch. Auffallend stark vertreten waren aktive Mitglieder des Vereins Zukunft Annweiler.

Unter Anleitung von Fabian Manz, Lena Engler und Elena Edinger vom Kaiserslauterer Planungsbüro WSW & Partner diskutierten die Teilnehmer an vier Gruppentischen über Stärken, Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten der Innenstadt. Besonders im Fokus: die Aufwertung der Wasser- und Gerbergasse, eine fußgängerfreundlichere Hauptstraße sowie eine bessere Aufenthaltsqualität entlang der Queich.

Bis zu 15 Millionen Euro für die Stadtentwicklung

Hintergrund ist die Aufnahme Annweilers in das rheinland-pfälzische Städtebauförderungsprogramm.
Auf Initiative von Stadtbürgermeisterin Carmen Winter hatte Annweiler nach Beratungen im Stadtrat gemeinsam mit WSW & Partner den Förderantrag gestellt. Das war im Dezember vergangenen Jahres. Nach Prüfung durch die Kommunalaufsicht (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD) kam im Juni 2026 die Zusage.
Für die nachhaltige Erneuerung und Entwicklung der historischen Innenstadt steht damit über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Finanzierungsrahmen von bis zu 15 Millionen Euro im Raum.

Voraussetzung für die Förderung öffentlicher und privater Sanierungsmaßnahmen sind vorbereitende Untersuchungen, die bestehende städtebauliche Missstände erfassen. Dabei ist auch die Beteiligung der Bürger vorgeschrieben. Ihre Anregungen sollen in das spätere Entwicklungskonzept einfließen.

Wir haben Peter Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Adrienne-und-Otmar-Hornbach Stiftung, gefragt, wie er diese Förderungszusage in seiner Wirkung für Annweiler einschätzt: „Diese einmalige Chance zur Verschönerung und Sanierung der Altstadt sollten die Bürger machtvoll und engagiert nutzen. Und durch ihre zahlreiche Teilnahme an den Bürgerworkshops viele tolle Ideen, Anregungen und konkrete Vorschläge einbringen. Damit stärken sie zugleich die Position von Annweiler in dem Förderungsprogramm“.

Das künftige Sanierungsgebiet

Das künftige Sanierungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfasst die historische Innenstadt zwischen Bahnlinie und Südring sowie zwischen Storchentor und Landauer Straße einschließlich Hohenstaufensaal. Hier sollen in den kommenden Jahren öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen durch Fördermittel des Landes ermöglicht werden.

Weitere Bürgerworkshops folgen

Am 29. Oktober um 18 Uhr geht es im Hohenstaufensaal um Verkehr und Versorgung. Bereits um 16 Uhr findet dort ein eigener Kinder- und Jugendworkshop statt. Am 9. November, 18 Uhr, folgen die Themen Gewerbe, Tourismus und soziale Infrastruktur.

Die Ergebnisse sollen am 1. Dezember öffentlich vorgestellt werden. Anschließend wird auf Grundlage der vorbereitenden Untersuchungen ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Dessen Fertigstellung ist für April 2027 vorgesehen.

Bilder und Stimmen aus dem Bürgerworkshop

Fabian Manz erläutert die Bürgerbeteiligung

Stadtplaner Fabian Manz vom Planungsbüro WSW & Partner, erläuterte die Zielsetzung des Workshops: “ Zunächst sollen die Stärken und Schwächen des historischen Stadtkerns herausgearbeitet werden. Auf dieser Grundlage entwickeln die Teilnehmer konkrete Vorschläge zum Thema Bauen und Wohnen. Die Ergebnisse fließen in die weiteren Planungen zur Stadtsanierung ein.“

Anna Botham-Edighoffer (r.) mit Moderatorin Lena Engler

Anna Botham-Edighoffer präsentiert die Gruppenarbeit: „Neben der Forderung nach Begrünung der derzeit versiegelten Flächen wäre am wichtigsten die Neugestaltung der Hauptstraße und des Rathausplatzes. Dazu gehört beispielsweise auch die Verlegung von Kabeln und die Installation von elektrischen Anschlussmöglichkeiten für unsere Händler und Beschicker der Wochenmärkte und des Weihnachtsmarkts. Und bei der Renovierung vernachlässigter und veralteter Gebäude und Fassaden sollten behindertengerechte Zugänge zu öffentlichen und auch zu privaten Gebäuden geschaffen werden.“

Georg Stein: Die Queich erlebbarer machen

Georg Stein (vorne, 2.v.r.) sieht dringenden Handlungsbedarf in der Gerber- und Wassergasse: „Wir waren uns in unserer Gruppe einig, dass die Aufenthaltsqualität dort deutlich verbessert werden muss.“ Sein Vorschlag: Das Geländer entfernen, die Queich stärker zum Stadtraum öffnen und zusätzliche Sitzgelegenheiten schaffen.

Max Rieder: Hauptstraße dringend sanieren

Max Rieder (hinten, 2.v.r.) bringt die Forderungen seiner Arbeitsgruppe auf den Punkt: „Wir haben gut begründete Argumente für die dringend notwendige Sanierung der Hauptstraße erarbeitet. Im Vordergrund steht eine Verkehrsberuhigung und eine deutliche fußgängerfreundlichere Gestaltung“.

Eleonore Hertweck: Mehr Qualität am Queichufer

Eleonore Hertweck stellte als wichtiges Ergebnis ihrer Arbeitsgruppe heraus: „Der Weg „An den Bächen“, also die Verbindung entlang der Queich vom Rolandseck bis zur Villa Gotthold gehört zur Wohnqualität der Innenstadt. Ein ordentlicher Wegbelag und zusätzliche Sitzgelegenheiten würden diesen Bereich nachhaltig aufwerten“.

Patrick Störtz: Appell an die breite Bürgerschaft. Gemeinsam Annweiler schöner machen

„Stadt – Land – Herzblut: Gemeinsam machen wir Annweiler schöner“ lautet das Motto von Patrick Störtz. Auch seine Arbeitsgruppe beschäftigte sich insbesondere mit der städtebaulichen Aufwertung der Wassergasse.
Zugleich appelliert er an die breite Bürgerschaft: „Wir möchten noch viele weitere Annweilerer dafür gewinnen, sich aktiv an der künftigen Stadtentwicklung zu beteiligen“.

Pascal Nickum: Hauseigentümer müssen gezielt informiert werden

„Dass vor allem auch die privaten Hauseigentümer, die oft gar nicht in Annweiler leben, informell mitgenommen werden müssen, wenn es um die Verschönerung der Innenstadt geht, das war ein Schwerpunkt unserer Diskussion. Das Planungsbüro und die Stadt sollten hier adressatenspezifisch gezielt informieren. Inwieweit auch eine dringend erforderliche besser e-Ladeinfrastruktur in die finanzielle Förderung aufgenommen werden, wäre ebenfalls zu prüfen“. (Autor und Fotos: Günter Hirschmann. Alle Zitate sind autorisiert.)