Karlsruhe – Böse über die Stränge geschlagen: Wegen extremer alkoholbedingter Ordnungsstörungen musste die Polizei am 18. März in den späten Nachmittagsstunden im Karlsruher Schlossgarten eine Abi-Abschluss-Feier von rund 600 Jugendlichen auflösen und den Park schließlich räumen.
Auf den Grünflächen im Bereich der Lärchenallee hatten sich bereits ab 13.30 Uhr Jugendliche versammelt, die das Ende der schriftlichen Abitursprüfungen mit ordentlich Alkohol feierten. Die in erheblichen Mengen konsumierten Getränke reichten von Bier und Wein über Sekt bis hin zu Hochprozentigem wie insbesondere Wodka.
Gegen 17 Uhr musste eine erste Person alkoholbedingt ins Krankenhaus gebracht werden. Eine 16-Jährige wurde kurz darauf mit 1,6 Promille gefunden und ihren Eltern zugeführt.
Wiederum wenige Minuten später wurde eine Flaschensammlerin durch einen unkontrollierten Flaschenwurf am Kopf verletzt.
Unter erheblicher Alkoholeinwirkung stehende Personen torkelten herum, warfen mit Stöcken und Flaschen um sich und setzten mehrfach ihre Schulunterlagen in Brand. Eine größere Schlägerei konnte von der Polizei gerade noch unterbunden werden.
Da die Zahl der Personen mit Ausfallerscheinungen immer weiter zunahm, zogen die Ordnungshüter ihre Kräfte zusammen und beendeten den kollektiven Alkoholkonsum. Rund 80 Prozent der Personen befolgten den ausgesprochenen allgemeinen Platzverweis anstandslos. Beim Rest waren erhebliche Diskussionen erforderlich, wobei es zu teilweise massiven Provokationen der Einsatzkräfte kam.
Schließlich mussten 17 förmliche Platzverweise ausgesprochen werden. In einem Fall kam es zur Beleidigung von Polizeibeamten. Zurück blieb eine von leeren Flaschen und Unrat übersäte Fläche von der Größe eines Fußballfelds, die nun auf Kosten der Allgemeinheit gereinigt werden muss.
Bei ihren Maßnahmen waren die Beamten auch auf vier offensichtlich nicht zu den Abiturienten gehörende Personen gestoßen, die abgelegte Rucksäcke durchsuchten. Diese wurden sofort festgehalten, wobei es in einem Fall zu Widerstandshandlungen mit am Ende einem leicht verletzten Polizisten kam. Zumindest einer der Verdächtigen hatte Diebesgut bei sich. Hierzu dauern weitere Ermittlungen noch an.
Um eine gleichgeartete „Feier“ im nächsten Jahr zu verhindern, wird sich die Polizei in den nächsten Tagen mit Schulen und verantwortlichen Stellen der Stadt an einen Tisch setzen. (PP KA/red)
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