Dienstag, 07. Dezember 2021

Martin Brandl: „Land hat keinen „Plan B“ für die Rheinbrücke“

19. März 2015 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Die Rheinbrücke bei Wörth-Maximiliansau.
Foto: pfalz-express.de/Licht

Kreis Germersheim – Das Land habe keinen „Plan B“ für eine längere Sperrung der Rheinbrücke bei Wörth, wirft der Landtagsabgeordnete Martin Brandl (CDU) der rheinland-pfälzischen Landesregierung vor.

Mit einer kleinen Anfrage hatte er sich nach der Sperrung der Schiersteiner Brücke in Mainz an die Landesregierung gewandt. Er wollte wissen, ob eine ähnliche Situation – eine plötzlich erforderliche Sperrung über Wochen – bei der Rheinbrücke bei Wörth denkbar ist und wie mit einem solchen Notfall umgegangen werden soll.

Die Ereignisse bei der Schiersteiner Brücke seien mit der hiesigen Brücke nicht vergleichbar, da derzeit an der Wörther Brücke keine Baumaßnahmen stattfinden würden, so die Antwort des Ministeriums. Dass auch beispielsweise eine Schiffskollision zu einer längeren Sperrung führen könnte, werde außer Acht gelassen, kritisiert Brandl.

Seine Frage nach Notfallplänen für eine überraschende Sperrung werde mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit von Polizei- und Verkehrsbehörde abgetan, die erforderliche Maßnahmen anordnen müssten: „Im Klartext heißt das, es gibt keine Pläne für einen Ausfall der Brücke“,so Brandl.

Im Verweis auf eine ältere Anfrage weist das Land auf Zuständigkeiten von Baden-Württemberg für die Verkehrssicherheit der Brücke hin. Zudem wird erläutert, wo die Zuständigkeitsgrenze der Verkehrs- und Wasserschutzpolizei der beiden Länder verläuft – bei Verkehrsunfällen in der Mitte der Brücke, bei Unfällen im Wasser dicht am Westufer.

Jedes Jahr ereigne sich mindestens eine Schiffkollision mit der Rheinbrücke bei Wörth – bislang Glück ohne größere Schäden. Für den Katastrophenfall müsse man aber gerüstet sein.

Brandl forderte die Träger des Katastrophenschutzes auf, entsprechende Pläne zu erarbeiten und hat einen entsprechenden Brief an den Landrat des Kreises Germersheim, Fritz Brechtel und an den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Frank Mentrup geschrieben.

„Es geht hier nicht um Unannehmlichkeiten, sondern um die wirtschaftliche Zukunft einer ganzen Region“, so Brandl weiter. Bei der gesperrten Schiersteiner Brücke entstünde ein wirtschaftlicher Schaden von 1,2 Millionen Euro pro Tag, so die IHK Rheinhessen. Bei einer längeren Sperrung der Wörther Brücke müsse der Schaden noch weit höher liegen, da eine zweite leistungsfähige Brücke im Umkreis fehle: „Wir brauchen die zweite Rheinbrücke bei Wörth.“.

Und bis diese gebaut sei, müsse man zumindest ein Konzept für den Katastrophenfall haben. (red)

 

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