
Foto (c): Staatskanzlei RLP/ Stephan Dinges
Mainz – Wie können Kirchen auch künftig Kitas, Schulen und soziale Einrichtungen mittragen, wenn ihre Einnahmen sinken und gleichzeitig die Kosten steigen? Darüber haben sich die rheinland-pfälzische Landesregierung und die katholischen Bischöfe bei ihrem traditionellen Treffen ausgetauscht. Daneben ging es um gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie und die Zusammenarbeit in Krisenfällen.
Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) würdigte die Kirchen dabei als wichtige Partner des Landes. Gerade in Zeiten, in denen extremistische Kräfte die Gesellschaft auseinandertrieben, brauche es Institutionen, die Menschen zusammenbringen. Die Bistümer bezögen klar Stellung für die Würde jedes Menschen und die freiheitliche Demokratie.
Kirchen wollen Aufgaben behalten, doch das Geld wird knapper
Ganz ohne Sorgen verlief das Treffen allerdings nicht. Vor allem bei Bildung und Kinderbetreuung machten die Kirchen deutlich, dass ihre finanziellen Möglichkeiten zunehmend an Grenzen stoßen.
Der Speyerer Diözesanadministrator Markus Magin sagte, die Kirche übernehme „gerne Verantwortung im Bereich der Bildung“. Allerdings könnten die sinkenden Kirchensteuereinnahmen und die bisherige Refinanzierung schon länger nicht mehr mit den steigenden Kosten Schritt halten.
Ähnlich äußerte sich der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing. Die Kirche wolle mit ihren Kitas weiterhin in der Fläche präsent und ein verlässlicher Partner bleiben. Finanziell werde das jedoch zunehmend schwieriger.
Die Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, Kirchen als Träger von Einrichtungen in Bildung, Gesundheit und Pflege und bei der Hilfe für Bedürftige zu unterstützen.
Schnieder: Kirchen stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt
Schnieder verwies zudem auf das ehrenamtliche Engagement vieler Christen und die Rolle kirchlicher Einrichtungen als Orte der Begegnung. Auch bei Notfällen und Krisen seien die Bistümer wichtige Partner des Landes.
Die Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sprach von einem über Jahrzehnte gewachsenen Vertrauensverhältnis. Kirchen böten Räume für Begegnung und Austausch und seien gerade in unruhigen Zeiten für viele Menschen ein Orientierungspunkt.
Der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf erklärte, die Kirche wolle weiterhin ihren Beitrag für Land und Gesellschaft leisten. Zugleich dankte er der neuen Landesregierung für die Wertschätzung der Arbeit von Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Neue Nutzung für Kirchengebäude
Ein weiteres Thema war der Umgang mit Kirchengebäuden, die künftig möglicherweise nicht mehr in ihrer bisherigen Form benötigt werden. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann begrüßte die Gesprächsbereitschaft der Landesregierung bei möglichen Umnutzungen.
Werden Kirchen beispielsweise für gesellschaftliche Zwecke geöffnet oder entsprechend umgebaut, könne dies nach seiner Einschätzung neue Möglichkeiten für das Zusammenleben vor Ort schaffen.
Landesregierung und katholische Kirche vereinbarten, ihren engen Austausch fortzusetzen und insbesondere bei den finanziellen und strukturellen Herausforderungen gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Von kirchlicher Seite nahmen neben den Bischöfen und Diözesanadministrator Magin auch Generalvikar Tim Sturm aus Trier, Generalvikar Dr. Sebastian Lang und Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth aus Mainz, der stellvertretende Kölner Generalvikar Dr. Markus Wasserfuhr und der Leiter des Katholischen Büros Mainz, Ordinariatsdirektor Dieter Skala, teil.
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