
Symbolbild: Pfalz-Express
Bad Dürkheim. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Bad Dürkheim hat den aktuellen Kindertagesstättenbedarfsplan verabschiedet. Dieser legt fest, wie die Betreuung von Kindern im Alter von null bis sechs Jahren in den 90 Kitas des Landkreises gesichert wird, um den gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsplätze gemäß dem rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetz zu erfüllen.
Der Plan regelt zudem Betreuungszeiten und die Umsetzung eines täglichen siebenstündigen Betreuungsangebots inklusive eines qualitativ hochwertigen Mittagessens.
11,5 Millionen Euro für Kitas bis 2028
Der Landkreis investiert bis 2028 mindestens 11,5 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Kitas. „Das ist nicht nur eine Investition in Gebäude, sondern vor allem in die frühkindliche Bildung und die Zukunft unserer Kinder“, betont Timo Jordan, Erster Kreisbeigeordneter für Jugend und Soziales.
Die Bedarfsplanung basiert auf Einwohnermelde- und Anmeldezahlen, die das Jugendamt auswertet, um die Anforderungen in den Kommunen zu ermitteln. „In Gesprächen vor Ort klären wir, wie diese Bedarfe gedeckt werden können“, erklärt Annabell Dürrschmidt vom Jugendamt.
Betreuungsplätze im Überblick
Aktuell stehen im Landkreis 112 Plätze für Kinder unter zwei Jahren, 5.929 Plätze für Kinder von zwei bis sechs Jahren und 347 Hortplätze für Schulkinder bereit. Besonders die Plätze für Zwei- bis Sechsjährige wurden seit 2020 um über 200 erweitert.
Das neue Kita-Gesetz, seit Juli 2021 vollständig in Kraft, garantiert Eltern täglich sieben Stunden Betreuung inklusive Mittagessen nach DGE-Standards. Bis Ende 2028 gilt eine Übergangsfrist, falls warme Mahlzeiten aus räumlichen Gründen nicht möglich sind.
Herausforderungen und Lösungen
„Mit einer Betreuungsquote von 91,62 Prozent zum 31. Dezember 2024 sind wir auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, sagt Jugendamtsleiter Alexander Kirchmer. Vielerorts fehlen Küchen oder zusätzliche Räume wie Mensen oder Schlafräume.
„Das erfordert Zeit und hohe Investitionen“, ergänzt Jordan. Im kommenden Kita-Jahr wird in zahlreiche Projekte investiert: In der Verbandsgemeinde Leiningerland erhalten Kitas in Carlsberg, Dirmstein, Gerolsheim, Obrigheim und Neuleiningen zweite Standorte, oft als Übergangslösungen.
In Bockenheim entsteht eine neue eingruppige Kita, in Grünstadt wurde bereits eine Wald-Kita als Teil der kommunalen Kita „Pfalzkitz“ eröffnet. Der Landkreis fördert diese Vorhaben mit Summen zwischen 40.000 und 190.000 Euro.
Großprojekte in Planung
Große Neubauprojekte sind in Grünstadt, Lambrecht, Bad Dürkheim und Haßloch geplant, mit Kosten von fünf bis zehn Millionen Euro pro Kita. In Haßloch sollen zwei neue Kitas mit je 150 Plätzen entstehen, die erste fertig bis Ende 2026, die zweite bis Ende 2028. Grünstadt plant eine Kita für 125 Kinder mit Bezug 2027. Der Landkreis unterstützt mit Förderungen von 2,4 bis 3,2 Millionen Euro.
Teilzeitplätze werden reduziert
Aktuell gibt es noch 464 Teilzeitplätze, die bis zum neuen Kita-Jahr auf 337 reduziert werden sollen. „Die Umstellung auf Ganztagsplätze ist aufgrund räumlicher und organisatorischer Herausforderungen eine große Aufgabe“, erklärt Dürrschmidt. Ein Sonderprogramm des Landes unterstützt 15 Kitas im Landkreis mit Fördermitteln, der Landkreis selbst steuert hierzu rund zwei Millionen Euro bei.
Investition in die Zukunft
„Der Ausbau der Kitas ist eine zentrale Investition in die kommenden Generationen. Wir schaffen verlässliche Betreuungsangebote und fördern frühkindliche Bildung“, betont Jordan. Gleichzeitig kritisiert er die mangelnde finanzielle Unterstützung des Landes für die Umsetzung des Gesetzes. Mit vereinten Kräften von Landkreis und Kita-Trägern wird der Bedarf schrittweise gedeckt, um Familien und Kindern optimale Startchancen zu bieten.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]