
Wichtiges jüdisches Kleinod: Das „Frank Loebsche-Haus“ in Landau.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. Im Gedenken an die Reichspogromnacht erinnern der VVJ und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit/Pfalz jeweils an in Vergessen geratene jüdische Geistesschaffende.
In der Matinee am Sonntag, 22. November 2026, um 11 Uhr, im Frank – Loebschen – Haus stehen Leben und Werk von Cordelia Edvardson im Zentrum einer szenischen Lesung.
Diese schwedische Autorin wurde 1929 als uneheliche Tochter der Schriftstellerin Elisabeth Langgässer, die ihre letzten Lebensjahre in Rheinzabern verbrachte, geboren. Ihr Vater war der bekannte jüdische Staatsrechtler Hermann Heller.
Da der Vater ihrer Mutter auch Jude gewesen war, unterlag Cordelia voll den Rassegesetzen der Nazis. Cordelia wurde sehr lange über ihre Herkunft im Unklaren gelassen, sie spürte aber, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung war.
Als Dreizehnjährige wurde sie 1941 aus ihrer Familie verbannt, 1944 nach Theresienstadt und weiter nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte , kam nach Schweden und wurde Journalistin. Lange Jahre war sie Auslandskorrespondentin in Israel.
Ihr quälendes Gefühl, überall eine Fremde zu sein, beschrieb sie in ihrem autobiografischen Roman „Gebranntes Kind sucht das Feuer“. Es ist gleichzeitig die Aufarbeitung der verworrenen Beziehung zu ihrer Mutter. Im Wechsel mit Gedichten lesen daraus Kerstin Bucher und Claudia Zimmermann.