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Kreisverwaltung im Umbau: Kreishaus Germersheim wird modernisiert, Standort Kandel wächst

Kreisverwaltung in Germersheim. Das Gebäude ist inzwischen geräumt.
Foto: Pfalz-Express/Licht

Kreis Germersheim – Die Neuordnung der Kreisverwaltung geht in die nächste Runde. Das historische Kreishaus am Luitpoldplatz in Germersheim wird für voraussichtlich rund 5,3 Millionen Euro grundlegend saniert. Gleichzeitig investiert der Landkreis weitere Millionen in den bereits genutzten Verwaltungsstandort in Kandel.

Der Kreistag gab für die nächsten Schritte einstimmig grünes Licht. Der Landkreis setzt damit weiter auf mehrere Verwaltungsstandorte statt auf einen großen zentralen Neubau. Für eine solche Lösung waren früher Kosten von mindestens 80 Millionen Euro errechnet worden.

Kreishaus bekommt Anbau, Aufzug und neue Technik

In Germersheim ist der Räumungsprozess im denkmalgeschützten Hauptgebäude am Luitpoldplatz inzwischen abgeschlossen. Nun kann die Sanierung vorbereitet werden. Der Kreistag beauftragte die Verwaltung, die Vergabeverfahren für Architekten und Fachingenieure auf den Weg zu bringen.

Geplant ist unter anderem ein neuer Anbau mit Aufzug und Treppenhaus. Damit sollen die Barrierefreiheit und die Sicherheit der Fluchtwege verbessert werden. Hinzu kommen neue Sanitäranlagen und eine vollständige Erneuerung der Gebäude-, Sicherheits- und Heiztechnik.

Auch Dach und Fassade werden saniert. Zusätzlich prüft der Landkreis den Einsatz einer Photovoltaikanlage und Möglichkeiten zur Kühlung der Räume. Die derzeitige Kostenschätzung liegt bei rund 5,3 Millionen Euro.

Verwaltungsstandort Kandel wächst weiter

In Kandel nutzt die Kreisverwaltung bereits einen Teil des Gebäudekomplexes in der Gartenstraße 3. Der Landkreis hatte die Immobilie von der Sparkasse Südpfalz erworben. Die Sparkasse nutzt einen Teil der Flächen weiterhin als Marktdirektion [1] und eröffnete ihre modernisierten Räume im Juli.

Nun folgt der weitere Ausbau für die Kreisverwaltung. Nach Abschluss der Arbeiten sollen am Standort insgesamt rund 150 Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche tätig sein.

Im Erdgeschoss ist ein zentraler Infopoint mit Beratungsräumen und einem neuen Sicherheits- und Beratungskonzept vorgesehen. Im Untergeschoss werden bisherige Garagen zu Untersuchungs- und Wartebereichen für das Gesundheitsamt umgebaut.

Damit sollen künftig mehr Leistungen der Kreisverwaltung direkt im Süden des Landkreises gebündelt angeboten werden. Für den Ausbau des Standorts Kandel sind einschließlich Nebenkosten nach aktueller Planung rund sieben Millionen Euro vorgesehen.

Umbauarbeiten in Kandel.
Foto: Pfalz-Express

Dezentrale Lösung statt Neubau für mindestens 80 Millionen Euro

Die Arbeiten in Germersheim und Kandel gehören zu einer grundsätzlichen Neuordnung der Verwaltungsstandorte. Statt die Kreisverwaltung in einem einzigen großen Neubau zu konzentrieren, setzt der Landkreis auf mehrere Standorte und die Nutzung vorhandener Immobilien.

Landrat Martin Brandl sieht darin auch einen finanziellen Vorteil. „Wir investieren auch mit unserer dezentralen Lösung erhebliche Summen. Aber wir müssen immer die Alternative betrachten“, sagt er.

Ein zentraler Neubau hätte nach früheren Berechnungen mindestens 80 Millionen Euro gekostet [2]. Die Entscheidung, diese Planung grundsätzlich zu hinterfragen, sei deshalb richtig gewesen. Bestehende Gebäude könnten erhalten und modernisiert werden, zugleich rücke die Verwaltung näher an die Bürger.

Auch Arbeitsabläufe sollen sich ändern

Mit neuen und sanierten Büros allein soll es allerdings nicht getan sein. Im Zuge der Standortstrategie will der Landkreis auch Arbeitsabläufe, Arbeitsplätze und Bürgerangebote neu organisieren.

„Unser Ziel ist nicht, alte Verwaltungsstrukturen einfach in andere Gebäude zu übertragen“, sagt Brandl. Wenn investiert werde, müssten am Ende auch die Bürger einen Unterschied merken. Die Verwaltung müsse gut erreichbar sein, zeitgemäß arbeiten und ihre Leistungen möglichst einfach anbieten.

Mit den einstimmigen Beschlüssen des Kreistags können nun die nächsten Schritte für die Sanierung in Germersheim und den weiteren Ausbau in Kandel angegangen werden.

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