
Foto: Pfalz-Express
Kreis Germersheim – Der Kreistag Germersheim hat in seiner Sitzung am 22. September 2025 das neue Abfallwirtschaftskonzept für die Jahre 2025 bis 2029 verabschiedet.
Damit erhält die zuständige Stelle für Müll und Abfall im Kreis einen Leitfaden für die künftige Gestaltung und Optimierung der Abfallwirtschaft, wie die Kreisverwaltung am 7. November mitteilte.
Das Konzept orientiert sich maßgeblich am Abfallwirtschaftsplan des Landes Rheinland-Pfalz und dessen Zielsetzungen zur Abfallvermeidung und Verbesserung der Abfalltrennung.
Guter Stand im landesweiten Vergleich
„Wir können stolz darauf sein, dass der Landkreis Germersheim im landesweiten Vergleich gut dasteht“, so Landrat Martin Brandl. Mit einem durchschnittlichen Restabfallaufkommen von 103,8 Kilogramm pro Einwohner liege man deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 138,3 Kilogramm. „Das zeigt, dass sich die bisherigen Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger lohnen – und zugleich, dass wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen sollten.“
Auch im Bereich der Bio- und Wertstofferfassung steht der Landkreis insgesamt positiv da: Pro Einwohner und Jahr wurden 84,6 Kilogramm Bioabfall (Landesdurchschnitt: 80,3 kg) und 125,2 Kilogramm Wertstoffe (Landesdurchschnitt: 122,3 kg) erfasst.
Handlungsbedarf bleibt
Dennoch zeigen die jüngsten Analysen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. So wurden im Restabfall durchschnittlich 26 Kilogramm organische Abfälle und 5,8 Kilogramm Wertstoffe gefunden. Während der Zielwert für Wertstoffe mit 8 Kilogramm unterschritten wird, liegt der Anteil organischer Stoffe über dem vom Land vorgegebenen Zielwert von 20 Kilogramm.
Besonders problematisch ist der Anteil an verpackten Lebensmittelabfällen im Restmüll, der sich auf 7,58 Kilogramm pro Einwohner beläuft.
„Die Ergebnisse machen klar, dass wir noch stärker auf Aufklärung, Beratung und Bewusstseinsbildung setzen müssen“, erklärt Ann-Cathrin Lutz, Fachbereichsleiterin der Abfallwirtschaft. Nur wenn jeder Einzelne auf richtige Abfalltrennung und -vermeidung achtet, lassen sich die gesteckten Ziele erreichen.
Folgeuntersuchungen und Kampagnen geplant
Geplant ist, die Erkenntnisse aus der Restabfallanalyse durch regelmäßige Folgeuntersuchungen zu ergänzen, um Entwicklungen und Erfolge messbar zu machen.
Auch im Bereich der Biotonne ist eine neue Analyse vorgesehen. Bereits 2021 wurde hier ein Fremdstoffanteil von lediglich 1,4 Prozent festgestellt – ein Erfolg, der laut Kreisverwaltung auf die Kampagne „Kein Plastik in die Biotonne“ aus dem Jahr 2020 zurückzuführen ist. Bei zukünftigen Aktionen soll an diese positive Erfahrung angeknüpft werden.
Im Mittelpunkt der kommenden Jahre stehen verstärkte Informations- und Beratungskampagnen für die Bevölkerung sowie die Einführung effektiver Kontrollmechanismen zur Vermeidung von Fehlwürfen.
„Abfalltrennung beginnt zu Hause – mit Wissen, Achtsamkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Darauf wollen wir künftig noch gezielter hinwirken“, so Brandl und Lutz bei einer Vorstellung des Konzepts.
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