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Kreis Germersheim – Die Ambrosia macht dem Landkreis Germersheim zu schaffen. Die unscheinbare Pflanze kann starke Allergien auslösen und ist in der Region besonders weit verbreitet.
Wie sich ihre Ausbreitung eindämmen lässt, erklärte Johannes Mazomeit, der in Rheinland-Pfalz für die Erfassung und Bekämpfung der Ambrosia zuständig ist, im Ausschuss für Umweltschutz und Landwirtschaft des Landkreises.
Pollen können Allergiesaison verlängern
Die Beifußblättrige Ambrosie (der wissenschaftliche Name ist Ambrosia artemisiifolia) gehört zu den besonders problematischen allergieauslösenden Pflanzen. Ihre Pollen können Heuschnupfen und Asthma auslösen. Da sie erst relativ spät im Jahr blüht, verlängert sich für manche Allergiker die ohnehin schon unangenehme Pollensaison.
Der Landkreis Germersheim zählt zu den Verbreitungsschwerpunkten in Rheinland-Pfalz. Nach Angaben von Mazomeit sind die Bestände hier außergewöhnlich groß. Ein Beispiel stammt aus Bellheim: Dort wurde 2017 nördlich eines Seniorenheims ein großer Ambrosia-Bestand beseitigt.
Samen bleiben jahrzehntelang im Boden
Einmal angesiedelt, ist die Pflanze nur schwer wieder loszuwerden. Ihre Samen können mehrere Jahrzehnte im Boden überleben. Einfaches Mulchen reicht deshalb häufig nicht aus, um die Ausbreitung dauerhaft zu stoppen.
Für die Beseitigung sind grundsätzlich diejenigen zuständig, denen die betroffenen Flächen gehören oder die sie nutzen. Das können Privatpersonen, Landwirte, Gemeinden oder Straßenbaubehörden sein. Die Ordnungsämter können nur bei einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit eingreifen.
Auch Neubaugebiete im Blick
Neben Straßenrändern und landwirtschaftlichen Flächen sollen künftig besonders Neubaugebiete stärker berücksichtigt werden. Die Kreisverwaltung prüft, ob sie den Bauämtern entsprechende Handlungsempfehlungen geben kann.
„Wir wollen dort ansetzen, wo sich Belastungen für die Menschen möglichst schon im Vorfeld vermeiden lassen“, erklärt Kreisbeigeordneter Christian Völker. Der Umgang mit Ambrosia solle deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt werden, statt erst zu reagieren, wenn sich größere Bestände gebildet haben.
Nach Einschätzung des Experten lässt sich die Ausbreitung durchaus eindämmen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Pflanzen früh erkannt und betroffene Flächen über längere Zeit kontrolliert werden.