
LJO-Brass und Leonie Flaksman im Konzert.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. Am 26. Dezember 2025 lud das Blechbläserquintett LJO-Brass zu seinem festlichen, schon traditionellen Weihnachtskonzert in die Stiftskirche Landau ein.
Die Stiftskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, denn diese Benefiz-Konzerte, die ganz wunderbar in der Nachfolge der Rennquintett-Weihnachtskonzerte stehen, begeistern immer wieder jedes Jahr die Besucher. Weihnachten ohne dieses Konzert am 2. Weihnachtsfeiertag ist für die Konzertfreunde nicht denkbar.
Bereits zum sechsten Mal gestaltete LJO-Brass ein Benefizkonzert, das von der Stiftskirche Landau in Kooperation mit der VR Bank Südpfalz veranstaltet wird.

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Der Reinerlös wird in diesem Jahr an vier Organisationen gespendet – an den BUND Südpfalz, den Förderverein „Ein Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße“, die Bürgerstiftung Landauer Stiftskirche sowie den Kinderschutzbund Landau-SÜW e.V.

Dekan Volker Janke
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Stifter für die Stiftskirche gesucht
Doch bevor LJO-Brass das beeindruckende, etwa zweistündige Konzert startete, begrüßte der Hausherr der Stiftskirche, Dekan Volker Janke erst einmal das Publikum. „Das Kind ist geboren, der Braten gegessen – zwei Tage im Stress, der nun abfallen kann.“ Und man könne sich nun auf das Wesentliche konzentrieren: „Die Welt braucht Frieden!“
Und Janke warb auch für ein großes Zukunftsprojekt in dessen Mittelpunkt die Stiftskirche steht. Als größte gotische Kirche der Pfalz ist sie in die Jahre gekommen. Der bauliche Zustand erfordert dringend eine Sanierung, damit „dieses einmalige städtebauliche Denkmal auch für die Generationen nach uns erhalten bleibt“, so Janke.
Man wolle die Stiftskirche viel stärker für die Stadtgesellschaft öffnen und neue Formen der Nutzung finden. Dafür benötige man ein zeitgemäßes Konzept. Die letzte Sanierung war 1955, damals gab es eine neue Heizung und die Elektrik wurde erneuert. Nun müsse unter anderem die Heizung dringend erneuert werden. Für die Sanierung wurde 2020 ein Architekturwettbewerb ausgelobt.
Der Siegerentwurf sieht eine Renovierung und Neugestaltung in 10 bis 12 Teilprojekten in einem Zeitraum von zirka 10 Jahren vor.

Geplantes Kolumbarium
Flyer
Als erstes Teilprojekt soll das Mausoleum der Kirche saniert werden. In dem seit vielen Jahren ungenutzten barocken Rundbau hinter dem Chorraum soll eine Ruhestätte für Urnen entstehen. In diesem Kolumbarium soll eine von Bildhauerin Madeleine Dietz gestaltete Urnenwand mit 168 Liegeplätzen gestaltet werden, für die jetzt schon Vorverträge abgeschlossen werden können. Sechs Interessenten gebe es wohl schon, sagt Janke.
Doch die Gesamtkosten für die Sanierung der Kirche belaufen sich aktuell auf 6 Millionen Euro. Geld, das zwar zum Teil über Förderungen und Eigeneinnahmen gedeckt werden kann, aber dessen Restfinanzierung die finanziellen Möglichkeiten der Stadt und der Kirche übersteigt. Aus diesem Grund soll die Bürgerstiftung „Unsere Stiftskirche“ gegründet werden, die für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung sorgen soll.
Es gibt bereits erste Stifter und der Aufruf geht nun an weitere Interessenten, die sich laut ausgeteiltem Flyer an Dr. Ulrich Dähne, Prof. Dr. Karin Finsterbusch, Dr. Maximilian Ingenthron und Dekan Janke wenden können.

Flyer
Zum Konzert
Die Mitglieder von LJO-Brass sind: Felix Schauren (Trompete), Jared Scott (Horn), Constantin Hartwig (Tuba), Bruno Wipfler (Posaune) und Johannes Leiner (Trompete).
Die ehemaligen Solo-Blechbläser des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz haben sich 2007 zu einem Quintett zusammengetan und können nun auf eine mittlerweile 18-jährige Karriere mit etlichen Höhepunkten zurückblicken.
„Wir sind 18 Jahre zusammen, fast die Hälfte unseres Lebens und wir verstehen uns immer noch“, witzelte Moderator und Trompeter Johannes Leiner. Er hat das Moderationstalent seines verstorbenen Vaters Professor Peter Leiner ganz offensichtlich geerbt.
Sehr gelungen war auch wieder die Zusammenstellung des abwechslungsreichen Programms, das einen Bogen über mehrere Jahrhunderte der Musikgeschichte mit der Musik Giovanni Gabrielis, barocken Klängen Johann Sebastian Bachs und Antonio Vivaldis über Werke von Claude Debussy und Peter Tschaikowski bis hin zu modernen Kompositionen im Stile des Jazz und weihnachtlicher Musik, spannte.
Besondere Gäste werden von den Musikern immer gerne begrüßt, in diesem Jahr wurde als Solistin die Violinistin Leonie Flaksman eingeladen. An der Rieger-Orgel der Landauer Stiftskirche war Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger (Gedächtniskirche Speyer) zu hören. Stifts-und Bezirkskantorin Anna Croissant (ehemals Linß) befindet sich aktuell in Elternzeit.

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3200 Pfeifen ließ Sattelmeyer unter anderem in einem mächtigen Finale aus der 1. Orgelsymphonie von Louis Vierne erklingen – ein musikalischer Leckerbissen! Das kann man auch von Gabrielis Canzon duodecimi toni und Morten Lauridsens Magnum Mysterium sagen. Lauridsen ist ein amerikanischer, zeitgenössischer Komponist, der aber in der Tradition alter Meister arbeitet.
Nicht einfach war es für LJO-Brass ein Stück für Blechbläser und Violine zu finden. Deshalb war ein besonderer Höhepunkt des Konzerts das virtuose Geigenspiel von Leonie Flaksman in einer Bearbeitung des dritten Satzes aus Tschaikowskis Violinkonzert in D-Dur. LJO-Brass präsentiert bei den Konzerten immer zahlreiche eigene Arrangements und Transkriptionen, meist arrangiert von Constantin Hartwig. In diesem Fall war es Felix Schauren, der ein Meisterstück der Bearbeitung abgeliefert hat. „Sehr schwer, sehr schnell und sehr bekannt“ sagte Moderator Johannes Leiner über Tschaikowskis Werk und freute sich über den großen Applaus, den das Publikum zu Recht am Ende des gelungenen, aber schwierigen Stücks, begeistert gab.
Schwere Kost darf man auch erwarten, wenn der Name Claude Debussy fällt. Er vertonte gerne musikalische „Bilder“. Zwei berühmte Klavierstücke aus Claude Debussys erstem Buch der Préludes standen jetzt auf dem Programm: Les collines d’Anacapri und La cathédrale engloutie. Ursprünglich für Klavier geschrieben, klingen diese Stücke in der Bearbeitung für Trompeten, Hörner, Posaunen und Tuba ganz anders – kraftvoller, strahlender und mit dem typischen warmen, metallischen Klang der Blechbläser.
Les collines d’Anacapri (Die Hügel von Anacapri)
Dieses Stück malt ein sonniges, fröhliches Bild der italienischen Insel Capri.
La cathédrale engloutie (Die versunkene Kathedrale)
Hier erzählt Debussy eine alte bretonische Sage: Die legendäre Kathedrale der untergegangenen Stadt Ys steigt an manchen Tagen aus dem Meer auf und ist mit Glockenklang zu hören, bevor sie wieder versinkt. Das Stück ist ruhig, geheimnisvoll und majestätisch.
Die Bilder und Stimmungen kamen trotz des ungewohnten Klangs klar und eindrucksvoll zur Geltung – ein spannendes Erlebnis für die Zuhörer.
Johannes Leiner hätte es selbst nicht gedacht: Der Evergreen Jingle Bells, den LJO-Brass in drei verschiedenen Versionen, nämlich als Ballade, Swing und in einer lateinamerikanischen Version, spielte, ist schon 160 Jahre alt.
„Liebesfreud“ ist das bekannteste aus Fritz Kreislers Triologie „Alt-Wiener Tanzweisen“. Es entstand um 1905 und ist ein schwungvoller, fröhlicher Walzer im typischen Wiener Charme: Leicht, virtuos, voller Melodie und Lebensfreude.
Normalerweise begleitet ein Klavier die Violine (Flaksman). In diesem Konzert übernahmen Trompeten, Hörner, Posaunen und Tuba die harmonische und rhythmische Unterstützung. Das gibt dem Stück einen ganz neuen, festlichen und kraftvollen Klang – fast wie ein kleines Blasorchester in Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre.
Santa Claus is coming to town und New York, New York: Wie schon letztes Jahr zeigte Jared Scott, dass er in vielen Stilrichtungen zu Hause ist und auch als Sänger eine gute Figur abgibt. Absolutes Highlight war natürlich wieder das gemeinsame Singen und Spielen des Weihnachtslieds schlechthin, „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Silvesterkonzert in Speyer
Am 31. Dezember laden LJO-Brass übrigens in die Gedächtniskirche nach Speyer zum Silvesterkonzert ein. (desa)

Foto: Pfalz-Express
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