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JSA Schifferstadt setzt auf Sport und starke Lebensgeschichten

Foto: JSA Schifferstadt / Frank Schleicher

Schifferstadt. Am 27. Oktober 2026 konnte die Jugendstrafanstalt Schifferstadt (JSA Schifferstadt) den ehemaligen Nationalspieler und Deutschen Meister Uli Borowka begrüßen.

Der Ex-Profi ist regelmäßig im Auftrag der DFB-Stiftung Sepp Herberger unterwegs und unterstützt die Resozialisierungsinitiative „Anstoß für ein neues Leben“. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Südwestdeutschen Fußballverbandes, Axel Rolland, und dem Inklusionsbeauftragten Timm Ritterböck besuchte er die anstaltseigene Sporthalle.

Die JSA Schifferstadt ist eine moderne Einrichtung des Jugendstrafvollzugs in Rheinland-Pfalz und betreut männliche Jugendliche sowie junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren. Ihr zentrales Ziel besteht darin, die Inhaftierten durch schulische und berufliche Qualifizierung, gezielte Behandlungsangebote sowie Sport- und Freizeitmaßnahmen bestmöglich auf die Zeit nach der Haft vorzubereiten.

Persönliche Kompetenzen fördern, Eigenverantwortung stärken und realistische Zukunftsperspektiven entwickeln – darauf stützt sich die pädagogische Arbeit der Anstalt. Die Koordination und Organisation des gesamten Projekttags lag in den Händen von Sozialarbeiterin Sina Riegel, die als Verantwortliche des Anstoß-Projekts für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Ergänzt wird das sportliche Angebot durch intensive Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Maßnahmen zur Stärkung sozialer Kompetenzen. So schafft die JSA Schifferstadt konkrete Chancen für die Zeit nach der Entlassung und begleitet die jungen Menschen auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben.

Wichtige Impulse von Uli Borowka

Besonderer Höhepunkt des Tages war der persönliche Austausch mit rund 40 Gefangenen. In seinem Vortrag berichtete Borowka offen von seinem Weg vom gefeierten Profifußballer in die Abhängigkeit und von der intensiven Auseinandersetzung mit seiner Alkoholsucht. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen nicht nur sportlicher Erfolg und tiefer Absturz, sondern vor allem die Frage, wie Menschen schwere Krisen bewältigen, Verantwortung übernehmen und neue Wege einschlagen können.

Für die Jugendlichen bot die Begegnung die Gelegenheit, sich intensiv mit Themen wie Gruppendruck, Sucht, folgenschweren Entscheidungen und den Konsequenzen eigenen Handelns auseinanderzusetzen.

Die authentischen Schilderungen regten dazu an, die eigene Lebenssituation kritisch zu reflektieren und sich aktiv mit Möglichkeiten positiver Veränderung zu beschäftigen.

Resozialisierung mit Praxisbezug

Die Veranstaltung zeigte erneut, wie wertvoll lebensnahe Impulse für eine moderne Resozialisierungsarbeit sind. Menschen, die authentisch über persönliche Krisen und deren Überwindung sprechen, geben wichtige Denkanstöße und machen deutlich, dass auch schwierige Lebenswege nicht in einer Sackgasse enden müssen.

Durch die enge Verknüpfung von Sport, Bildung, beruflicher Orientierung und persönlicher Entwicklung verbessern sich die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart nach der Haft spürbar.

Die zentrale Botschaft des Tages lautete: Ein Neuanfang braucht vor allem Mut, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Solche Begegnungen bereichern die Arbeit der JSA Schifferstadt, denn echte Wiedereingliederung bedeutet, den Blick nach vorn zu richten und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.

„Mit unserem Projekt wollen wir neue Möglichkeiten aufzeigen und junge Menschen in ihrer sportlichen sowie persönlichen Entwicklung stärken. Wir blicken mit Freude auf das kommende ‚Anstoß‘-Jahr“, fasste Sina Riegel abschließend zusammen. (JSA Schifferstadt / Frank Schleicher)

Weitere Einblicke in die Arbeit der JSA Schifferstadt:
Homepage: https://jvasf.justiz.rlp.de/ [1]
Instagram: @jsa_schifferstadt