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Islamistischer Anschlag vereitelt: Weitere Details zum geplanten Anschlag bekannt

Symbolbild: Pfalz-Express

Dingolfing/Landau – In einer dramatischen Operation hat die Polizei Niederbayern einen geplanten Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt im Landkreis Dingolfing-Landau verhindert.

Fünf Männer, darunter ein islamischer Prediger, wurden am Freitag festgenommen. Die Ermittler gehen von einem islamistisch motivierten Attentat aus, bei dem ein Fahrzeug als Waffe dienen sollte.

Dank eines Hinweises aus dem Ausland und intensiver Ermittlungsarbeit der bayerischen Sicherheitsbehörden sitzt nun eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen hinter Gittern. Gegen vier der Festgenommenen ergingen Haftbefehle, einer wurde in Präventivhaft genommen. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte am Samstagabend die Details der Operation [1], die am 12. Dezember in mehreren Einsätzen durchgeführt wurde.

Im Visier der Ermittler: Ein 56-jähriger Ägypter, der als Vorbeter in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau agierte. Laut Staatsanwaltschaft soll er die drei jungen Marokkaner – im Alter von 22, 28 und 30 Jahren – explizit zu einem Anschlag aufgefordert haben.

Das Ziel: „Möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen“, wie es in den Ermittlungsakten heißt. Die Tatwaffe sollte ein Auto sein, mit dem die Gruppe in die Menge eines belebten Weihnachtsmarkts rasen wollte. Ein 37-jähriger Syrer soll die Marokkaner zusätzlich bestärkt haben.

„Dieser potenzielle Anschlag war islamistisch motiviert, auch wenn wir derzeit keinen direkten Bezug zu Organisationen wie dem Islamischen Staat sehen“, erläuterte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft München. Die Festnahmen erfolgten in enger Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Verfassungsschutz. Ein entscheidender Tipp von einem ausländischen Geheimdienst leitete die Ermittlungen ein, die sich über Wochen hinzogen.

Die Verdächtigen, die alle ohne deutschen Pass lebten, wurden in der Nähe des Grenzübergangs Suben und in Dingolfing festgesetzt. Beim Einsatz des Spezialkommando (SEK) kam es zu keinen Verletzten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die beteiligten Behörden in einer ersten Stellungnahme scharfzüngig: „Die bayerische Polizei und der Verfassungsschutz haben erneut bewiesen, dass sie wachsam sind und Schläferzellen im Keim ersticken.

Solche Pläne haben in unserer freien Gesellschaft keinen Platz.“ Herrmann kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten in Bayern weiter zu verstärken – insbesondere durch verstärkte Videoüberwachung und Patrouillen.

Der Landkreis Dingolfing-Landau, eine idyllische Region mit rund 95.000 Einwohnern, ist für seine traditionellen Weihnachtsmärkte bekannt. Der Markt in Dingolfing selbst, der jährlich Tausende Besucher anzieht, steht unter erhöhtem Polizeischutz. „Wir sind erleichtert, dass nichts passiert ist, aber entsetzt über die Kaltblütigkeit der Planer“, sagte Bürgermeister Martin Bayerstorfer in einer spontanen Pressekonferenz.

Die Moschee, in der der Ägypter predigte, wird derzeit vom Verfassungsschutz beobachtet; eine Schließung wird nicht ausgeschlossen. Dieser Vorfall erinnert schmerzlich an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg vor einem Jahr, bei dem fünf Menschen starben. Damals radikalisierte sich der Täter ebenfalls über Online-Propaganda. Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob weitere Mitwisser involviert sind. 

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