
Illustration: Pfalz-Express
Ludwigshafen – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz warnt aktuell vor einer neuen Welle betrügerischer Zahlungsaufforderungen, die gezielt an Unternehmen in der Region verschickt werden.
Die Schreiben sehen täuschend echt aus und erwecken den Eindruck, von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) oder der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zu stammen.
Gefälschte Rechnungen für angebliches „Präventionsmodul“
In den gefälschten Briefen und E-Mails wird ein sogenanntes „digitales Präventionsmodul“ beworben, das angeblich für alle Mitgliedsunternehmen verpflichtend sei. Dafür werden rund 400 Euro verlangt. Die Schreiben tragen offizielle Logos, real wirkende Kontaktinformationen und sogar Unterschriften, sie wirken auf den ersten Blick absolut seriös.
„Die Aufmachung der Schreiben ist professionell und schwer von echten Mitteilungen zu unterscheiden“, warnt Heiko Lenz, Jurist bei der IHK Pfalz. Doch ein solches „Präventionsmodul“ existiert laut DGUV gar nicht.
Warnsignale: Ausländische Kontoverbindung und falscher Gerichtsstand
Ein deutliches Warnsignal ist die angegebene Kontoverbindung: In den uns bekannten Fällen handelt es sich um ausländische IBANs, zum Beispiel aus Spanien oder Polen oder Deutschland – ungewöhnlich für offizielle Zahlungsaufforderungen dieser Art. Aber auch deutsche IBANS sind auf gefälschten Schreiben schon gesunden worden.
Zudem ist auf den Schreiben als Gerichtsstand „HRB Mannheim“ angegeben, ein weiteres klares Zeichen für Betrug. Berufsgenossenschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und nicht im Handelsregister B eingetragen.
Was Betroffene tun können
Wer eine solche Rechnung erhalten oder Zweifel an der Echtheit eines Schreibens der BGN oder DGUV hat, sollten keinesfalls vorschnell zahlen. Stattdessen stehen folgende Anlaufstellen zur Verfügung:
-
Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung:
0800 60 50 40 4 (kostenfrei)
📧 info@dguv.de [1] -
Präventions-Hotline der BGN:
0621 4456-3517
-
IHK Pfalz – Ansprechpartner:
👤 Heiko Lenz
0621 5904-2020
📧 heiko.lenz@pfalz.ihk24.de [2]
Die IHK Pfalz ruft alle Unternehmen zur besonderen Vorsicht auf. Wer sich unsicher ist, sollte die Angaben in verdächtigen Schreiben genau prüfen und im Zweifel professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. So lassen sich unnötige Kosten und Ärger vermeiden.
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