Mittwoch 19.August 2026

Igel verdurstet: Herxheimer Bürger schlägt Waldbrunnen und neue Ansätze zum Artenschutz vor

16. Juli 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Top-Artikel

Foto: Nico Rung

Herxheim – Mit einem Schreiben an Bürgermeister Christian Sommer und die Fraktionen des Verbandsgemeinderats hat der Herxheimer Nico Rung zwei Vorschläge zum Natur- und Artenschutz unterbreitet. Er regt die Einrichtung von Waldbrunnen für Wildtiere sowie ein wissenschaftlich fundiertes Flächenmanagement auf kommunalen Blühflächen an.

Auslöser für seine Initiative war ein Erlebnis im Herxheimer Wald. Dort fand Rung einen stark dehydrierten und ausgehungerten Igel. Eine private Wildtierauffangstation in Hochstadt nahm ihn noch auf, so Rung, musste jedoch direkt danach wegen akuter Überfüllung durch dehydrierte und ausgehungerte Wildtiere einen Aufnahmestopp verhängen. Einige Tage später die traurige Nachricht: Der Igel hat es nicht geschafft.

Waldbrunnen als Hilfe für Wildtiere

Vor diesem Hintergrund schlägt Rung vor, im Herxheimer Wald gezielt Brunnen zu bohren, um künstliche Wasserstellen und Tränken für Wildtiere anzulegen. „Unsere Verbandsgemeinde könnte als absolute Vorreiter-Gemeinde vorangehen und gezielt Brunnen im Wald bohren, um künstliche Wasserstellen und Waldtränken für Wildtiere zu schaffen“, schreibt er. Dadurch könne der Lebensraum Wald langfristig erhalten werden.

Zuvor verweist er darauf, dass die anhaltende Trockenheit dazu geführt habe, dass selbst sonst feuchte Wasserlöcher im Wald ausgetrocknet seien und viele Tiere keine Trinkmöglichkeiten mehr fänden.

Foto: Nico Rung

Schutz für Wildbienen

Ein weiterer Schwerpunkt des Schreibens ist die kommunale Initiative „In Herxheim blüht uns was!“. Rung begrüßt das Projekt grundsätzlich, regt aber an, dessen Ausrichtung anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterzuentwickeln.

Er verweist auf verschiedene Studien und Veröffentlichungen, nach denen hohe Dichten von Honigbienenvölkern auf begrenzten Blühflächen zu einer Nahrungskonkurrenz mit Wildbienen führen könnten. Als Beispiele nennt er Untersuchungen zum Bruterfolg von Wildbienen, Berichte über Veränderungen der Pflanzenzusammensetzung sowie Veröffentlichungen der weltweiten Imkerorganisation Apimondia.

Nach Ansicht des Herxheimers sollte deshalb geprüft werden, ob Honigbienenstände im direkten Umfeld kommunaler Blühflächen räumlich gelenkt und Bereiche geschaffen werden können, die ausschließlich Wildinsekten vorbehalten sind. Zudem regt er an, die Fachkenntnisse der Arbeitsgruppe „Herxheim blüht“ zu nutzen, um das Projekt auf den aktuellen Stand der ökologischen Forschung zu bringen.

Antrag an die Verbandsgemeinde

In seinem Schreiben bittet Rung Bürgermeister Christian Sommer sowie die Fraktionen des Verbandsgemeinderats, beide Vorschläge in den zuständigen Gremien und Ausschüssen zu beraten. Für einen persönlichen Austausch oder eine nähere Erläuterung seiner Ideen steht er nach eigenen Angaben ebenfalls zur Verfügung.

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