
Foto: Pfalz-Express
Germersheim – Zum gemeinsamen Iftarabend der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş sind in Germersheim Vertreter aus Politik, Kirchen, Vereinen und der Stadtgesellschaft zusammengekommen.
Der Abend stand im Zeichen des Austauschs während des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Ein Iftar ist das gemeinsame Fastenbrechen nach Sonnenuntergang während des Ramadan, bei dem das tägliche Fasten beendet wird und traditionell gemeinsam gegessen wird. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mikail Kidik.
Kidik erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass der Ramadan weltweit als Zeit der Besinnung, Dankbarkeit und Solidarität verstanden werde. Gerade in Zeiten internationaler Konflikte sei der persönliche Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion von besonderer Bedeutung.
Ramadan als Zeit der Besinnung
Der Vorsitzende der Gemeinde, Ali Özkul, ging auf die spirituelle Bedeutung des Fastens ein. Dabei gehe es nicht nur um den Verzicht auf Essen und Trinken, sondern auch um Selbstdisziplin, Geduld und Mitgefühl gegenüber Menschen in schwierigen Lebenslagen.

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Özkul erinnerte zudem an die erste Generation türkischer Gastarbeiter in Deutschland, die mit ihrer Arbeit zum Aufbau des Landes beigetragen habe. Die muslimische Gemeinschaft verstehe sich heute als Teil der Gesellschaft. Moscheen seien nicht nur Gebetsorte, sondern auch Treffpunkte für Begegnung, Jugendarbeit und Austausch.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Kropfreiter betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das Zusammenleben vor Ort. Gerade angesichts internationaler Konflikte sei der respektvolle Austausch im Alltag wichtig.

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Der CDU-Landtagskandidat Tobias Baumgärtner sprach die Rolle des Dialogs zwischen Religionen an. In Germersheim zeige sich, dass Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen möglich seien. Er verwies außerdem auf Parallelen zwischen dem Ramadan und der christlichen Fastenzeit, die beide als Zeiten der Besinnung verstanden würden.

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Joachim Reger, Islambeauftragter des Bistums Speyer, erinnerte an eine gemeinsame Sitzung der Deutschen Bischofskonferenz und des Koordinationsrats der Muslime im vergangenen Jahr in der Germersheimer Moschee. Dort sei trotz sensibler Themen ein offener Austausch möglich gewesen.
Der evangelische Theologe Dr. Michael Diener hob die Bedeutung persönlicher Begegnungen hervor. In einer vielfältigen Stadt wie Germersheim sei es wichtig, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion miteinander ins Gespräch kämen.
Der Vorsitzende des Regionalverbands der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş, Serif Aslan, stellte den Ramadan unter das Motto „Schöpfung verbindet – Verantwortung vereint“. Der Schutz der Menschenwürde sei eine gemeinsame Aufgabe aller Menschen, unabhängig von Herkunft oder Religion.
FWG-Stadtrat Armin Lutzke würdigte die Bedeutung solcher Begegnungen: Solche Abende zeigten, wie wichtig persönliche Begegnung und gegenseitiger Respekt für das Zusammenleben in der Stadt seien. Dialog entstehe dort, wo Menschen miteinander sprächen und genau das gelinge hier.

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Gemeinsames Fastenbrechen
Mit dem Gebetsruf zum Sonnenuntergang begann um 18.31 Uhr das gemeinsame Fastenbrechen. Traditionell wurden zunächst Datteln und Linsensuppe serviert. Als Hauptspeisen folgten Rindfleisch, Reis, Gemüsegratin, Salat sowie Bulgurbällchen mit Hackfleisch. Zum Abschluss gab´s Baklava, ein klassisches Dessert der orientalischen Küche.
Viele freiwillige Helferinnen und Helfer der Gemeinde, darunter auch zahlreiche Jugendliche, hatten den Abend vorbereitet und betreuten die Gäste während des gemeinsamen Essens.

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