
Das Foto zeigt Überschwemmungen im Umfeld der Stadt Wörth an Pfingsten 2024. Foto: Mike Schönlaub
Südpfalz – Hochwasser macht an Kreisgrenzen nicht halt. Deshalb arbeiten die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim, der Landkreis Südwestpfalz und die Stadt Landau seit 2012 in einer Hochwasserpartnerschaft zusammen. Einmal im Jahr treffen sich die Kommunen, um sich über Hochwasserschutz und Vorsorge auszutauschen.
Diesmal war Birkweiler im Kreis Südliche Weinstraße der Treffpunkt. Ein wichtiges Thema: ein gemeinsames Pegelmessnetz für die Südpfalz.
24 bis 26 Pegel geplant
Die Idee entstand nach dem Pfingsthochwasser 2024, das unter anderem Wörth schwer getroffen hatte. Die Kommunen wollen deshalb künftig besser erkennen können, wenn sich an kleineren Bächen Hochwasser entwickelt. Im Blick sind die Gewässer Erlenbach, Otterbach und Dierbach. Dabei soll jeweils der gesamte Verlauf von der Quelle bis zur Mündung betrachtet werden.
Geplant sind 24 bis 26 Pegel. Sie sollen möglichst an bereits vorhandenen Bauwerken wie Brücken oder Wehren installiert werden.
Mit den Messdaten sollen vor allem die Orte flussabwärts frühzeitig gewarnt werden können. Dazu haben sich die Verbandsgemeinden Bad Bergzabern, Kandel und Jockgrim sowie die Stadt Wörth bereit erklärt, entsprechende Pegel einzurichten.
„Wir wollen gemeinsam eine einheitliche Lösung schaffen, von der alle beteiligten Kommunen profitieren“, sagt Jan Pfirrmann von der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel. Er koordiniert das Projekt federführend.
Was kann man gegen Hochwasser tun?
Beim Treffen ging es außerdem darum, wie Gewässer ökologisch entwickelt und gleichzeitig die Folgen von Hochwasser und Starkregen abgemildert werden können.
Dr. Marcus Werum von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) stellte verschiedene Möglichkeiten vor. Dazu gehören beispielsweise mehr Wasserrückhalt im Wald, Beschattung von Gewässern im Oberlauf, Vorlandwälle und eine stärkere Anbindung von Gewässern an ihre Auen. Dadurch kann Wasser länger in der Landschaft gehalten werden, anstatt bei Starkregen möglichst schnell abzufließen.
Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll sich künftig mit diesen Möglichkeiten beschäftigen. Beteiligt werden sollen die für die Gewässerunterhaltung zuständigen Stellen, die Obere Wasserbehörde und die GFG.
Gemeinsam statt jeder für sich
Bei der Begrüßung verwiesen die Landräte Dietmar Seefeldt (SÜW) und Martin Brandl (GER) auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Spätestens die Flutkatastrophe an der Ahr habe gezeigt, wie wichtig Vorsorge und eine gute Zusammenarbeit beim Hochwasserschutz seien.
Die jährlichen Treffen sollen deshalb dazu beitragen, dass die Kommunen ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsame Lösungen entwickeln.
Was ist eine Hochwasserpartnerschaft?
Hochwasserpartnerschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse von Gemeinden, Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz. Häufig liegen die beteiligten Kommunen an einem Gewässer mit erhöhtem Hochwasserrisiko oder wollen sich gemeinsam besser gegen Starkregen schützen.
Im Mittelpunkt stehen der Erfahrungsaustausch und eine gemeinsame Hochwasservorsorge. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen Orten, die an einem Gewässer weiter oben liegen, und den Kommunen flussabwärts.
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