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Zweibrücken – Nach schwerwiegenden Vorwürfen gegen Soldaten eines Fallschirmjägerregiments 26 der Bundeswehr in Zweibrücken wächst der politische Druck.
Politiker aus Landes- und Bundespolitik fordern eine schnelle, umfassende und transparente Aufklärung der mutmaßlich rassistischen, sexistischen und extremistischen Vorfälle.
Hintergrund sind umfangreiche Ermittlungen. In der Kaserne soll es unter anderem zu Hitlergrüßen, einer „Nazi-Party“ sowie zu Aktivitäten einer rechtsextremen und offen antisemitischen Gruppe gekommen sein.
Zudem sollen Soldatinnen von sexistischem Verhalten und sexuellen Grenzverletzungen, darunter herabwürdigende Sprache und Fälle von Exhibitionismus, ausgesetzt gewesen sein.
Nach bisherigem Stand summieren sich die Vorwürfe auf mehr als 200 einzelne dokumentierte Fälle. Die Ermittlungen richten sich gegen rund 55 Soldaten; gegen mehrere von ihnen laufen disziplinarische Verfahren, in 19 Fällen wurden bereits Konsequenzen bis hin zur Entlassung gezogen.
Scharfe Reaktionen aus der Politik
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) bezeichnete die Vorwürfe als alarmierend. „Volksverhetzung, Rassismus und Sexismus dürfen nicht geduldet werden“, sagte er der Bild-Zeitung. Jeder Soldat müsse darauf vertrauen können, dass Fehlverhalten nicht folgenlos bleibe. Es sei richtig, dass die Bundeswehr Konsequenzen ziehe.
Auch der rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Gordon Schnieder sprach von „vollkommen inakzeptablen Zuständen“. Die Vorwürfe gegen Teile des Fallschirmjägerregiments müssten lückenlos aufgeklärt werden, nicht zuletzt zum Schutz des Ansehens der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich am 30. Dezember 2025 gegenüber der Deutschen Presse‑Agentur (dpa) in Berlin zu den Vorfällen geäußert.

Boris Pistorius
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Er nannte die gemeldeten Fälle von Rechtsextremismus, sexuellem Fehlverhalten und Drogenkonsum „erschütternd“ und betonte, dass sie im krassen Widerspruch zu den elementaren Werten der Bundeswehr stünden.
Pistorius übte zudem Kritik an der ersten Reaktion der militärischen Führung vor Ort, weil das Fehlverhalten dort offenbar nicht sofort als solches erkannt und nicht mit der erforderlichen Konsequenz verfolgt worden sei. Er forderte eine restlose Aufklärung aller Vorwürfe und erklärte, dass Extremismus, sexistisches Fehlverhalten und Drogenmissbrauch in der Bundeswehr keinen Platz hätten.
Zugleich kündigte er an, dass Soldaten, gegen die sich Hinweise erhärten, aus dem Dienst entfernt werden sollen, und verwies auf einen geplanten „Aktionsplan Luftlandetruppe“, mit dem künftig Fehlentwicklungen verhindert werden sollen.
Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Thomas Erndl, sieht die Verantwortung vor allem bei den Führungskräften. Der Skandal erfordere jedoch auch die Aufmerksamkeit der politischen Spitze im Verteidigungsministerium.
Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anne König (CDU), forderte ein hartes Vorgehen. „Solche ekelhaften Vorfälle müssen mit aller Konsequenz verfolgt werden“, sagte sie. Täter müssten aus der Bundeswehr entfernt werden. Für andere Soldatinnen und Soldaten sei es unzumutbar, mit Personen zu dienen, die durch derartiges Verhalten auffallen.
Die Bundeswehr selbst hat angekündigt, die Vorwürfe umfassend aufzuarbeiten. Ziel sei es, mögliche extremistische Strukturen aufzudecken und dauerhaft zu unterbinden.
Führung neu besetzt
Oberst Oliver Henkel, der bisherige Regimentskommandeur des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken, galt als erfahrener und guter Kommandeur. Er wurde bereits im Oktober 2025 als Kommandeur abgelöst; sein Nachfolger ist Oberst Martin Holle. Offizielle Stellen haben keine Hinweise darauf gegeben, dass Henkel persönlich in die Vorfälle verwickelt war oder davon wusste. Die Bundeswehr betonte lediglich die Notwendigkeit von personellen und strukturellen Anpassungen im Regiment.
(red/ dts Nachrichtenagentur)
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