
Preisübergabe in der IHK Saarland (v. l.): Prof. Dr. Dennis Steininger (bic), Christian Welter (SWK), Stephanie Gaßner, Tobias Lippek und Daniela Liersch (Wirtschaftsministerium RLP). Foto: 32bit Gesundheitskollektiv MVZ GmbH.
Herxheim – Gerade erst eröffnet, jetzt schon mit einem Preis ausgezeichnet: Das MVZ Altes Rathaus in Herxheim hat mit seinem Konzept „Die hybride Landzahnarztpraxis“ den ersten Platz für Rheinland-Pfalz im Businessplan-Wettbewerb „1,2,3 GO“ gewonnen. Hinter dem Namen steckt eine schöne Idee: Die Zahnärzte behandeln in ihrer Praxis und kommen auch zu Menschen, denen der Weg dorthin schwerfällt.
Träger des MVZ ist das 32bit Gesundheitskollektiv. Geschäftsführer Tobias Lippek und sein Team erhielten die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stadtwerke Kaiserslautern (SWK). Christian Welter überreichte den Preis am 27. Oktober 2026 in der IHK Saarland in Saarbrücken. Insgesamt hatten 50 Gründungsteams aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilgenommen.
Wenn der Zahnarzt zu den Patienten kommt
Das MVZ hatte erst am 16. Oktober 2026 seine Eröffnung gefeiert [1]. Seit dem 19. Oktober läuft der Praxisbetrieb im Alten Rathaus. Zum Angebot gehören Zahnmedizin, Oralchirurgie und die Behandlung von Menschen außerhalb der Praxis, etwa in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Ein mobiles Behandlungszimmer soll voraussichtlich ab Dezember dazukommen.
Damit das auf Dauer funktioniert, setzt das Konzept auch bei den Arbeitsbedingungen an. „Wer Zahnmedizin auf dem Land stärken will, braucht gute Arbeitsplätze“, sagt Lippek. Moderne Technik, verlässliche Abläufe und Zeit für die Patienten sollen die Arbeit in Herxheim attraktiv machen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, Pflege- und Sozialträgern und den Kollegen in der Region.
Dr. Sebastian Geiger, Fachzahnarzt für Oralchirurgie und ärztlicher Leiter des MVZ, sieht in der Technik vor allem eine Möglichkeit, mehr Zeit für die Behandlung zu gewinnen: „Die Zeit von Zahnärztinnen und Zahnärzten ist wertvoll. Wir nutzen die technischen Möglichkeiten, damit sie dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei der Arbeit am Patienten.“
Aus der Idee wurde ein Geschäftsplan
Auf dem Weg zum fertigen Konzept bekam das Gründerteam Unterstützung durch den Wettbewerb. „Die Mentorinnen und Mentoren von 1,2,3 GO haben uns geholfen, aus einer Idee einen tragfähigen Plan zu machen“, sagt Lippek. „Wir danken dem bic, der Jury und den Stadtwerken Kaiserslautern.“
Koordiniert wird „1,2,3 GO“ von eben jenem Business + Innovation Center Kaiserslautern (bic). Das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima fördert den Wettbewerb.
Das Herxheimer Team möchte seine Erfahrungen auch mit anderen teilen: Kollegen, die sich für aufsuchende Zahnmedizin interessieren, können sich mit dem MVZ fachlich austauschen. Zahnmedizinstudenten haben die Möglichkeit zu hospitieren. Auch Kommunen, Pflege- und Sozialträger aus der Region können Kontakt aufnehmen.