
Symbolbild: Pfalz-Express
Berlin – Nach dem schwersten Cyberangriff in der Geschichte des Landes Berlin verlangen Hacker rund zwei Millionen Euro Lösegeld. Die Ransomware-Gruppe Rhysida droht mit der Veröffentlichung gestohlener Verwaltungsdaten, sollte das Land nicht zahlen.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) weist die Forderung klar zurück: „Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen. “Der Angriff auf das Berliner Landesnetz wurde am 14. August 2026 entdeckt.
Forensische Untersuchungen hatten eine Kompromittierung festgestellt. Betroffen waren vor allem die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz.
Beide Ressorts wurden vorsorglich vom restlichen Landesnetz getrennt. Daten waren nach Angaben des Senats bereits mindestens seit dem 7. August abgeflossen.
Laut der Hackergruppe Rhysida sollen rund 5,8 Terabyte an Daten erbeutet worden sein. Dazu zählen angeblich mehr als 46.500 Verträge, Unterlagen zu etwa 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren, vertrauliche Dokumente, Passwörter, E-Mails sowie Informationen zu kritischer Infrastruktur und Notfallplänen.
Der genaue Umfang und Inhalt werden vom Senat noch geprüft. Inzwischen kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass auch personenbezogene Daten betroffen sind. Die Auswirkungen für die Bürger waren spürbar: Anträge auf Wohnberechtigungsscheine, Wohngeld und Sondernutzungen konnten zeitweise nicht bearbeitet werden.
Auch Zugriffe auf Geodaten und das Liegenschaftskataster waren eingeschränkt. Die Systeme wurden bis zum 23. August weitgehend wieder angebunden.
Rhysida, eine international bekannte Erpressergruppe, fordert 30 Bitcoin – aktuell umgerechnet etwa zwei Millionen Euro. Andernfalls droht die Veröffentlichung oder Auktion der Daten. Ein Countdown auf der Darknet-Seite der Gruppe läuft.
Wegner und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bestätigten den Erpressungsversuch nach einer Sondersitzung des Senats. „Berlin ist Opfer einer schweren Straftat geworden“, erklärte Wegner. Die Sicherheitsbehörden von Land und Bund ermitteln mit Hochdruck.
Die anstehende Abgeordnetenhauswahl am 20. September ist nach Angaben der Innensenatorin nicht betroffen. Der Vorfall gilt als der größte Cyberangriff, den das Land Berlin bislang erlebt hat. Die Untersuchungen dauern an. (dts Nachrichtenagentur)
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