
Bild: KI-generiert mit Flux Kontext Fast
Wer sich Geld leihen möchte, will es nicht einfach nur bekommen, sondern zu einem geringstmöglichen Zinssatz. Das erfordert etwas Vorbereitung und vor allem Transparenz. Egal ob für eine hochklassige Kamera, ein neues Auto oder gleich das Traumhaus.
Völlig gleich ob klassisch bei der Hausbank, bei einem anderen Kreditinstitut oder in der digitalen Welt mit Hilfe eines Vergleichsportals: Die Anlässe für Kredite sind ebenso vielfältig wie die Optionen, das Geld zu erhalten.
Eines bleibt dabei aber immer gleich: Banken prüfen vor Gewährung stets sorgfältig den finanziellen Hintergrund des Antragstellers. Wer unvorbereitet in Kreditverhandlungen geht, kann deshalb zumindest seine Chancen mindern, den für seine Lage tatsächlich günstigsten Kredit zu bekommen.
Nüchterne Zahlenspiele: Kredite aus Sicht der Bank
Kredite sind für Banken Wohl und Wehe zugleich: Einerseits sind Kreditzinsen die wichtigste Einkommensquelle. Andererseits besteht immer ein gewisses Ausfallrisiko. Kreditinstitute müssen also Geld verleihen, um wirtschaftlich operieren zu können. Nur so entsteht eine positive Zinsmarge – die Bank nimmt also über Kreditzinsen mehr ein als sie über Zinsen auf Sparguthaben ausgibt. Gleichzeitig dauert es mitunter Jahre, bis ein Kredit samt Zinsen vollständig zurückgezahlt wurde. Die Bank geht mit ihrem Geld in Vorleistung und unterliegt damit einem gewissen Risiko.
Risikominimierung ist daher ein allesbestimmender Faktor bei absolut jedem Kredit – ungeachtet von Höhe, Laufzeit oder Antragsteller. Für Banken zählt dabei primär, sich selbst abzusichern. Zu jeder Kreditverhandlung gehört deshalb eine gründliche, aber im Endeffekt nüchterne Betrachtung der finanziellen Ausgangslage und Zukunft des Antragstellers.
Dazu führen Banken eine Haushaltsrechnung für Kredite durch [1]: Vereinfacht gesprochen vergleichen sie dabei regelmäßige Einnahmen und Ausgaben des Antragstellers. Im Ergebnis wird klar, was diese Person monatlich ausgeben kann.
Wichtige Punkte für die Prüfung
- Einkommenshöhe
- Beschäftigungsstatus und Branche
- Beziehungsstatus
- Kinder
- Laufende Kredite
- Wohnstatus und -kosten
- Andere Lebenshaltungskosten
- Bisheriges Zahlungsverhalten (z. B. Schufa)
Die Bank „durchleuchtet“ den Antragsteller also sehr gründlich und nutzt zur Berechnung komplexe statistische Modelle. Heraus kommen folgende Informationen:
Bankinformationen
- Kreditentscheidung – generelle Ja/Nein-Entscheidung, ggf. mit zweitem Kreditnehmer
- Maximale Kredithöhe – in Bezug auf Bonität und Sicherheiten
- Maximale Laufzeit – ergibt automatisch minimale und maximale Monatsraten
- Effektiver Zinssatz – Risiko und Laufzeit bestimmen Höhe des Zinssatzes
Daten für die Kreditverhandlung vorbereiten…
Tipps zur Vorbereitung
- Ausgaben zusammentragen: alle Fixkosten, Nachweise, laufende Kredite dokumentieren
- Einnahmen zusammentragen: Gehalt, Selbstständigkeit, Eigenkapital, Nachweise
- Alles übersichtlich in einer Tabelle zusammenstellen und ggf. als PDF bereitstellen
- Unregelmäßige, aber absehbare Einnahmen/Ausgaben ebenfalls festhalten (z. B. Kfz-Steuer, Versicherungen, Bonuszahlungen)
Worauf achten Banken besonders? Vollständigkeit, Finanzverhalten, Stabilität, Sicherheiten, wenige Verbindlichkeiten, Finanzspielraum. Keine Panik! 2024 wurden in Deutschland allein über zehn Millionen Ratenkredite neu vergeben [2].
Den perfekten Kreditnehmer gibt es sowieso nicht. Mit transparenten Unterlagen und finanziellem Spielraum erhält man praktisch immer einen guten Kredit, und beim Vergleich mehrerer Institute kommt meist der individuell bestmögliche Zinssatz heraus.
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