
Dr. Lea Heidbreder (Grüne)
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Landau. Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Landau hat einen Antrag vorgelegt, mit dem die Stadtverwaltung beauftragt werden soll, kurzfristige Hitzeschutzmaßnahmen zu prüfen.
Ziel ist es, für den Sommer 2027 besser vorbereitet zu sein. Angesichts zunehmender Hitzebelastung fordern die Grünen insbesondere eine Erweiterung der Liste der kühlen Orte im Geoportal Landau. Zudem sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Kühlleistung in der Fußgängerzone und auf den Dorfplätzen der Stadtdörfer sowie Verschattungsmaßnahmen auf Schulhöfen, Spielplätzen und Kita-Außengeländen umgesetzt werden.
Hintergrund der Forderung
In Rheinland-Pfalz haben sich die Hitzetage in den vergangenen Jahrzehnten verdoppelt. Dazu kommen immer mehr Tropennächte, in denen die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad Celsius sinkt.
Solche Bedingungen belasten die Gesundheit, führen zu Schlafstörungen und können für ältere Menschen, Kinder und Pflegebedürftige lebensgefährlich sein. Das Robert Koch-Institut meldet für Rheinland-Pfalz in diesem Jahr bereits über 1.200 Hitzetote.
„Die Rekordhitze hat deutlich gemacht: Neben mittel- und langfristigen Maßnahmen brauchen wir auch kurzfristige Lösungen für anhaltende Hitzetage“, heißt es in der Begründung des Antrags. Nicht jede Dachgeschosswohnung könne sofort saniert und nicht in allen Gebäuden Klimaanlagen eingebaut werden. Daher gelte es, bereits vorhandene kühle Orte im Stadtgebiet besser zu nutzen und bekannt zu machen.
Konkrete Vorschläge
Der bestehende „Coole Plan für heiße Tage“ im Geoportal der Stadt soll ausgeweitet werden – auch für die Nachtstunden. Räume der Stadtholding, etwa das Alte Kaufhaus oder das Frank-Loeb’sche Haus, sollen außerhalb von Veranstaltungen der Bevölkerung als Rückzugsorte zur Verfügung gestellt werden.
Ziel sei es, offene und klimatisierte Räume zu schaffen, in die sich bei Hitze alle zurückziehen können. Besonderes Augenmerk legen die Grünen auf Spielplätze, Schulhöfe und Kita-Außengelände. Spielgeräte würden an Hitzetagen so heiß, dass sie unbenutzbar würden.
Kurzfristig könnten Sonnensegel helfen, langfristig seien weitere Baumpflanzungen, Wasserspiele und Kletterpflanzen notwendig. Andernfalls fielen für Familien wichtige Alltagsorte weg. Schulen und Kitas müssten so ausgestattet sein, dass Kinder auch bei Hitze betreut werden und lernen können.
Dabei wird auf einen bereits im Juli 2025 beschlossenen Antrag zu Hitzeschutzmaßnahmen bei laufenden Bauprojekten verwiesen, etwa bei der Sanierung der Grundschule in Nußdorf. Für die Fußgängerzone und die Dorfplätze der Stadtdörfer soll gemeinsam mit Stadtleben und Wirtschaftsförderung geprüft werden, wie analog zur Weihnachtsbeleuchtung eine sommerliche Verschattung und höhere Kühlleistung erreicht werden kann.
Als Vorbilder werden unter anderem das Stuttgarter Projekt Ecotriis und der Einsatz von Wassernebel genannt, der bereits beim Hitzeaktionstag in Landau erprobt wurde. Anregungen des Landauer Klimarats zur Hitzeprävention sollen priorisiert werden.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Lea Heidbreder betont, dass das neue „Kirchenasyl“ – also die Öffnung kühler Orte – genau in die richtige Richtung gehe. Es müssten mehr solcher Orte gefunden und Außenbereiche wie Schulhöfe, die Fußgängerzone oder Dorfplätze mit Verschattung und Begrünung ausgestattet werden. Der Antrag liegt nun der Stadtverwaltung und dem Stadtrat vor.
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