
Setzen sich für grenzüberschreitende Kommunikation im Einsatzfall ein: die deutsch-französischen Verbindungsbeamten.
Foto: Reiner-Leitner
SÜW / Elsass – Ein Waldbrand macht ebenso wenig Halt an einer Landesgrenze wie ein Sturm oder Hochwasser. Weil aber im Notfall jede Sekunde zählt und eine klare Kommunikation unabdingbar ist, arbeiten der Landkreis Südliche Weinstraße und das benachbarte französische Departement Bas-Rhin auch im Katastrophenschutz eng zusammen.
Dafür wurden im Jahr 2024 auf der deutschen Seite der Grenze sogenannte Verbindungsbeamte – in Frankreich heißen sie Verbindungsoffiziere – ausgebildet. Sie sind in grenzüberschreitenden Einsätzen Ansprechpersonen für die beteiligten Einsatzkräfte aus dem jeweils anderen Land.
Unlängst haben sich die Verbindungspersonen in Bad Bergzabern für eine gemeinsame Fortbildung getroffen. „Dabei haben sie ihren französischen Kameraden die Feuerwehrgrundlagen des deutschen und rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzes vorgestellt, vor allem mit Blick auf taktische Einheiten, Fahrzeuge, Führungsorganisation sowie Aufbau und Organisation der Feuerwehren in Deutschland und Frankreich“, erläutert Jens Thiele, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Südliche Weinstraße.
„Der gemeinsame Katastrophenschutz ist ein wichtiger Baustein der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die wir darüber hinaus in vielen weiteren Bereichen pflegen“ sagte Landrat Dietmar Seefeldt. „Davon, dass die Verbindungspersonen aus Deutschland und Frankreich im Einsatzfall als zentrale Ansprechpersonen eine reibungslose Kommunikation ermöglichen, profitieren die Menschen in unserem Landkreis und im benachbarten Elsass gleichermaßen“, so Landrat Dietmar Seefeldt.
Bei einem zweiten gemeinsamen Termin im französischen Niederbronn eine Woche darauf wiederum stellten die französischen Verbindungsoffiziere das Hilfeleistungssystem in Frankreich und im Departement Bas-Rhin vor.
Ausgezeichnetes Projekt
Das Projekt „Deutsch-französische Verbindungsbeamte [1] im Katastrophenschutz“ wurde im 2025 mit dem Ehrenamtspreis für herausragendes gemeinnütziges Engagement der Versicherungskammer Stiftung ausgezeichnet.
Die Verantwortlichen der Stiftung hatten das Projekt als vorbildhaftes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Katastrophenschutz bezeichnet und ihm vor dem Hintergrund der Sprachbarriere eine bemerkenswerte Weitsicht bescheinigt.
Des Weiteren unterstützten die Beamten mit Sprachkenntnissen, aber auch mit einem tiefen Verständnis für feine kulturelle Unterschiede, hieß es bei der Verleihung des Preises.
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