
V.li.: Christian Betzel (BKI), Karl Dieter Wünstel (Kreisbeauftragter Malteser Hilfsdienst), Sascha Neff (Vorsitzender DLRG Wörth), Andreas Back (Präsident DLRG Rheinland-Pfalz), Martin Brandl (Landrat Kreis Germersheim), Mario Schmid (Stellvertretender BKI), Patrick Trauth (Ortsbeauftragter Malteser Hilfedienst Hatzenbühl), Heiner Butz (Vizepräsident DRK), Dr. Fritz Brechtel (Präsident DRK).
Foto: KVGER/gb
Der Landkreis Germersheim hat die Strukturen des medizinischen Katastrophenschutzes umfassend neu organisiert. Hintergrund ist eine neue Katastrophenschutzverordnung des Landes, die seit Herbst vergangenen Jahres höhere Anforderungen an die Einsatzkräfte stellt. Betroffen sind insbesondere die Einheiten des medizinischen Katastrophenschutzes.
Die Kreisverwaltung nahm die Änderungen zum Anlass, die bestehenden Verträge grundlegend zu überarbeiten. Nach Angaben des Kreises waren diese teilweise bereits gekündigt oder galten als erneuerungsbedürftig. Gemeinsam mit den beteiligten Hilfsorganisationen wurden nun neue Vereinbarungen ausgearbeitet und unterzeichnet.
Mit der Neuausrichtung geht auch eine Änderung der Bezeichnungen einher: Die bisherigen Schnelleinsatzgruppen (SEGen) werden künftig durch sogenannte Katastrophenschutzmodule ersetzt.
Landrat Martin Brandl sieht darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft. „Der Schutz unserer Bevölkerung hat oberste Priorität. Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir nur mit klaren, zeitgemäßen Strukturen und stark spezialisierten Einheiten optimal vorbereitet sind“, erklärte er.
Dass die neuen Verträge zügig und partnerschaftlich mit den Hilfsorganisationen erarbeitet werden konnten, sei ein Beleg für die gute Zusammenarbeit im Rettungs- und Sicherheitsnetzwerk des Landkreises. Mit den neuen Katastrophenschutzmodulen werde die medizinische Versorgung im Ernstfall auf ein rechtssicheres und zukunftsfähiges Fundament gestellt.
Künftig werden im Landkreis sechs spezialisierte Katastrophenschutzmodule vorgehalten:
- Führungsunterstützung – getragen vom Malteser Hilfsdienst
- Betreuung – getragen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)
- Sanitätsdienst – getragen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)
- Verpflegung – getragen vom Malteser Hilfsdienst
- Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) – getragen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)
- Wasserrettung – getragen von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)
Auch der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises, Christian Betzel, bewertet die Umstellung positiv. Die neue Verordnung verändere die taktischen Rahmenbedingungen für die Einheiten. „Die Transformation von den klassischen SEGen hin zu den neuen, modular aufgebauten Facheinheiten schärft das Profil jeder einzelnen Organisation“, sagte Betzel. Für die Einsatzkräfte bedeute dies ein deutliches Plus an Verlässlichkeit und Flexibilität bei größeren Schadenslagen, da jedes Modul klar definierte Aufgaben und Mindeststandards erfülle.
Für jedes der sechs Module wurde eine eigene öffentlich-rechtliche Vereinbarung geschlossen. Die Verträge unterzeichnete auf Seiten des Landkreises Landrat Martin Brandl. Für die beteiligten Hilfsorganisationen unterschrieben Dr. Fritz Brechtel als Präsident des DRK-Kreisverbands Germersheim, Karl Dieter Wünstel als Kreisbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes Hatzenbühl und Sascha Neff als Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Wörth.
Mit den neuen Vereinbarungen sieht sich der Landkreis für künftige Krisen- und Katastrophenlagen organisatorisch besser aufgestellt.

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