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Germersheim: Immer mehr Menschen brauchen Hilfe – Staatssekretärin Anklam-Trapp besucht Tafel

V.li.: Sabine Altmeyer-Baumann, Vorsitzende des Landesverbands der Tafel RLP/Saarland, Karl-Heinz Hoffmeister (Vorsitzender Tafel), Kathrin Anklam-Trapp, Staatsministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, Bürgermeister Marcus Schaile und René Walter (Tafel).
Foto: Havva Karaarslan / BLACKLIONGRAPHY

Wer die Tafel Germersheim besucht, merkt schnell: Hier werden nicht einfach Lebensmittel verteilt. Hier wird organisiert, angepackt, zugehört und geholfen. Genau davon machte sich die rheinland-pfälzische Staatssekretärin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, Kathrin Anklam-Trapp (SPD), während ihrer Sommerreise ein persönliches Bild.

Karl-Heinz Hoffmeister, Vorsitzender der Tafel Germersheim, nahm die Besucher mit auf einen Rundgang durch die Einrichtung. Mit dabei waren unter anderem Sabine Altmeyer-Baumann vom Tafel-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, ein Vertreter des Landessozialamts und Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile (CDU). Schnell wurde deutlich, wie viel Arbeit hinter jeder einzelnen Lebensmittelausgabe steckt.

Jede Ausgabe ist eine logistische Herausforderung

Bevor Obst, Gemüse oder andere Lebensmittel bei den Menschen ankommen, müssen sie eingesammelt, sortiert und verteilt werden. Hoffmeister führte die Gäste durch die Räume der Tafel und erklärte Schritt für Schritt, wie die Abläufe funktionieren. Mittwochs und freitags herrscht dabei Hochbetrieb. Dann sorgen die Ehrenamtlichen dafür, dass noch genießbare Lebensmittel nicht im Müll landen, sondern bei Menschen, die sie dringend brauchen.

Dabei wurde auch klar, wie viel Zeit, Organisation und persönlicher Einsatz Woche für Woche notwendig sind, damit die Hilfe überhaupt möglich wird.

Der Bedarf wächst spürbar

Im anschließenden Gespräch ging es nicht nur um den Alltag der Tafel, sondern auch um die gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich immer stärker bemerkbar machen. Hoffmeister schilderte, dass die Zahl der Hilfesuchenden kontinuierlich steigt.

„Allein an einem einzigen Aufnahmetag haben wir vor Kurzem sieben neue Bedarfsgemeinschaften registriert“, berichtete er. Besonders häufig seien inzwischen alleinerziehende Mütter und Rentner auf Unterstützung angewiesen. Diese Entwicklung zeige, wie sehr steigende Lebenshaltungskosten viele Menschen inzwischen belasteten.

Dass die Tafel diese Aufgabe überhaupt bewältigen könne, sei vielen Unterstützern vor Ort zu verdanken. Hoffmeister bedankte sich ausdrücklich bei der Stadt Germersheim, zahlreichen Unternehmen und Sponsoren. Bürgermeister Schaile machte deutlich, dass die Tafel für den sozialen Zusammenhalt der Stadt unverzichtbar sei.

Mehr als nur eine Lebensmittelausgabe

Die Tafel ist längst mehr als ein Ort, an dem Lebensmittel ausgegeben werden. Viele Menschen finden dort auch Gespräche, Verständnis und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen.

Dazu kommen Angebote, die weit über die eigentliche Versorgung hinausgehen. So organisiert das Team unter anderem Schwimmkurse für Kinder oder Einschulungsaktionen, damit Familien mit wenig Geld ihre Kinder trotzdem gut ins neue Schuljahr begleiten können. Solche Projekte schaffen nicht nur finanzielle Entlastung, sondern geben vielen Menschen auch ein Stück Zuversicht und gesellschaftliche Teilhabe zurück.

Ehrenamt braucht Unterstützung

Ein weiteres Thema des Besuchs war die Zukunft des Ehrenamts. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Einrichtungen wie die Tafel nur funktionieren können, weil sich zahlreiche Menschen freiwillig engagieren. Gleichzeitig brauche dieses Engagement verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen, damit die wichtige Arbeit auch künftig gesichert werden könne.

Zum Abschluss bedankte sich Anklam-Trapp für den offenen Einblick in den Alltag der Tafel. Besonders beeindruckt habe sie, mit welchem Engagement die Ehrenamtlichen ihre Aufgaben übernehmen und wie offen auch über die täglichen Herausforderungen gesprochen wurde. Diese Eindrücke nehme sie als wichtige Impulse für ihre politische Arbeit mit.

Foto: Havva Karaarslan / BLACKLIONGRAPHY

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