
Michael Wetzel, Vorsitzender des Regionalverbands Rhein-Neckar von DIE JUNGEN UNTERNEHMER
Quelle: privat
Mutterstadt – Der Wirtschaftsverband DIE JUNGEN UNTERNEHMER (Regionalverband Rhein-Neckar) warnt vor einem zunehmenden Nachfolgemangel im regionalen Mittelstand.
Laut aktuellen Erhebungen klafft eine Lücke zwischen Unternehmern, die ihre Betriebe abgeben möchten, und potenziellen Nachfolgern.Wie der Verband mitteilt, entwickelt sich die Unternehmensnachfolge zu einer zentralen Herausforderung für die Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Bundesweit stehen nach DIHK-Angaben rund 9.600 fortzuführende Unternehmen nur etwa 4.000 interessierten Nachfolgern gegenüber. Auch in der Region Rhein-Neckar nehme der Beratungsbedarf deutlich zu: Die IHK Rhein-Neckar habe im vergangenen Jahr rund 200 spezifische Nachfolgeberatungen verzeichnet und über 800 Personen bei Informationsveranstaltungen erreicht.
Allein bei der IHK seien 135 Kurzberatungen und 37 Intensivberatungen durchgeführt worden. Aus Sicht von DIE JUNGEN UNTERNEHMER liegt das Problem nicht primär an fehlendem Interesse der jüngeren Generation, sondern an den bestehenden Rahmenbedingungen.
Genannt werden insbesondere ein hoher bürokratischer Aufwand, komplexe steuerliche Regelungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie erschwerte Finanzierungsmöglichkeiten. Diese Faktoren erschwerten sowohl die Übernahme bestehender Betriebe als auch Neugründungen.
Besonders betroffen seien Branchen wie das Gastgewerbe und der Einzelhandel, in denen das Angebot an abzugebenden Unternehmen die Nachfrage deutlich übersteige. Der Verband befürchtet in den kommenden Jahren einen Substanzverlust im regionalen Mittelstand, sollte es nicht zu einer spürbaren Verbesserung der Rahmenbedingungen kommen.
Michael Wetzel, Vorsitzender des Regionalverbands Rhein-Neckar von DIE JUNGEN UNTERNEHMER, erklärte: „Die aktuellen Zahlen sind ein unüberhörbarer Weckruf für unsere Region. Wenn wir den wirtschaftlichen Motor der Kurpfalz und des gesamten Rhein-Neckar-Raums nicht abwürgen wollen, müssen wir potenziellen Nachfolgern den roten Teppich ausrollen, statt sie in Bürokratie zu ersticken. Wir brauchen dringend steuerliche Planungssicherheit beim Generationenwechsel und eine echte Willkommenskultur für Unternehmensnachfolger.“
Der Verband betont, dass die klassische familieninterne Nachfolge weiterhin wichtig bleibe, externe Übernahmen jedoch an Bedeutung gewinnen.
Zur Verbesserung der Situation fordert er eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Kammern und Politik sowie eine spürbare Entlastung des Mittelstands von administrativen Belastungen.
Über DIE JUNGEN UNTERNEHMER
DIE JUNGEN UNTERNEHMER sind das Forum für junge Inhaber- und Gründerunternehmer bis 40 Jahre. Der Verband setzt sich branchenübergreifend für marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen, den Abbau von Bürokratie und Generationengerechtigkeit ein. Der Regionalverband Rhein-Neckar vernetzt junge Unternehmerinnen und Unternehmer der gesamten Metropolregion.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]