
Das Interesse an Vergangenem und Zukünftigem ist immer sehr groß beim Neujahrsempfang.
Foto: Heinz Lambert
Edenkoben. Der Neujahrsempfang der Stadt Edenkoben darf schon jetzt als einer der Höhepunkte des Jahres 2026 bezeichnet werden, waren die Besucher im voll besetzten Kurpfalzsaal sehr angetan von den kurzweiligen zweieinhalb Stunden.
Stadtbürgermeister Daniel Poth durfte neben den Bürgern auch prominente Gäste begrüßen. Unter anderem den Beigeordneten des Kreises SÜW Werner Schreiner, die aus Edenkoben stammende Pfälzische Weinprinzessin Susanna Singer, die Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße Klaudia Göpel aus Silz, den ehemaligen Stadtbürgermeister Ludwig Lintz und Pfarrer Matthias Pfeifer von der Pfarrei Hl. Anna. Besonders freute sich der Stadtchef über die dreiköpfige Abordnung der Besatzung des U-Bootes 32 (U 32) aus Eckernförde, zu dem die Stadt seit 2005 eine sehr schöne Partnerschaft unterhält.

Bürgermeister Daniel Poth.
Foto: Heinz Lambert
„Der Beginn eines Jahres, ist auch immer ein Moment der Orientierung“, begann Poth seine Ansprache. „Sichtbar ist immer das, wo gebaut wird. Weniger sichtbar, aber oft noch wichtiger, sind die Planungen in allen Bereichen. Es sind kleine Schritte, die uns hier in der Stadt begleiten, um dann das große Ganze zu erreichen“, sagte er und machte so deutlich, dass er und seine Mitverantwortlichen noch viel vorhaben.

Barbara und Konrad Stahl.
Foto: Heinz Lambert
Er blickte zurück auf das, was im letzten Jahr in der Stadt umgesetzt wurde, so die Erneuerung von Straßen und Bürgersteigen, wo man aber noch „einiges vor sich habe“. Die Landesbetrieb Mobilität hat für 2028 den Vollausbau der Staatsstraße angekündigt, der mit einer sehr langen Sperrung verbunden sein wird, ähnlich wie es schon in Edesheim der Fall war.
Für Vereine soll eine Halle gebaut werden, damit diese dort ihr Materialien unterbringen können. „Derzeit wird in Edenkoben viel im privaten Bereich gebaut und neuer Wohnraum geschaffen. Das tut der Stadt gut!“
Im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl fand er kritische Worte zu den zuletzt sehr mageren Wahlbeteiligungen. „Wenn in manchen Stadtbereichen nur noch knapp 40 Prozent der Menschen zur Wahlurne gehen, dann darf sich niemand über das wundern, was derzeit in unserem Land passiert. Es wird Zeit, etwas zu tun!“
Dazu passte seine Ankündigung, dass in der Stadt Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust verlegt werden. Mittlerweile wurden 50 Personen ermittelt, die einst in Edenkoben wohnten, dann verschleppt und sogar umgebracht wurden.
„Wir als Stadtverantwortliche kümmern uns aber nicht zuletzt um die kleinen Dinge, die unsere Mitbürger bewegen, so beispielsweise um defekte Straßenlaternen und wacklige Pflastersteine! Lassen sie uns vieles gemeinsam anpacken – für ein starkes Edenkoben!“ schloss er seine Ausführungen. Poth machte am Ende des offiziellen Teils darauf aufmerksam, dass just am Abend des Empfangs der Instagramm-Account der Stadt online ging.
Die Edenkobener Weinprinzessin Isabelle Lehmann sagte, dass man mit offenem Blick ins neue Jahr starten müsse, mit dann vielen schönen Begegnungen. Traubensaftprinzessin Pauline Hahn freute sich, dass sie viele Menschen kennen lernen durfte und wünschte viel Gesundheit und schöne Momente bei den Veranstaltungen in Edenkoben.
Korvettenkapitän Franz Butz, Kommandant des U 32, erreichte die Menschen im Saal mit eingehenden Worten. „Wir sind einsatzklar und einsatzbereit! Wir sind bereit, wenn sie uns brauchen, wenn Deutschland uns braucht, wenn unsere Verbündeten uns brauchen. Was wir in Edenkoben an Wertschätzung erfahren, geht weit über das hinaus, was wir sonst gewohnt sind!“ Interessant seine Ausführungen zum täglichen Leben auf einem U-Boot. Er lud alle Edenkobener auf „sein“ Boot ein. Ihre Verbundenheit zur Bundeswehr, insbesondere zur U 32-Besatzung, machten die Menschen im Saal durch ihren langanhaltenden Beifall deutlich. Zusammen mit Jan Eckes und Rene Göris übergab Butz an die Stadt eine Spende von 1.000 Euro, dem Erlös aus dem Schokoladenverkauf beim Nikolausmarkt.

Steffi Brechtel, Rene Göris, Daniel Poth, Jan Eckes und Franz Butz (v.l.). Die U32-Besatzung hatte einen Spendenscheck mitgebracht.
Foto: Heinz Lambert
Besondere Ehrungen wurden einigen verdienten Bürgern zuteil. „Wenn man geehrt wird, bedeutet das aber nicht, das man sein Engagement beenden soll“, ermunterte Daniel Poth die Ausgezeichneten dazu, sich auch künftig zu engagieren.
Barbara Stahl und ihr Ehemann Professor Konrad Stahl erhielten für ihr fast 40 Jahre währendes Engagement im Künstlerhaus die goldene Wappennadel der Stadt. „Sie beide gaben der Kunst in Ihrem Anwesen, dem Herrenhaus Edenkoben, fast 40 Jahre lang ein Zuhause“, hatte Landrat Dietmar Sefefldt schon beim Empfang des Kreises Südliche Weinstraße das Paar gelobt. Daniel Poth freute sich, dass auch nach dem Ausscheiden der Stahls im Herrenhaus weiterhin Künstler empfangen werden.
Die Ehrung mit der silbernen Wappennadel ging an Dorle Petershans, Miriam Gierens und Leonhard Gospodarczyk. Daniel Poth würdigte den jahrzehntelangen Einsatz von Dorle Petershans, besonders bei der Ortsgruppe Edenkoben des Pfälzerwald-Vereins, wo sie bei der Theatergruppe seit deren Beginn im Jahr 1992 stets an vorderster Front mit dabei war, sei es als Souffleuse, Regisseurin und als „Mutter der Kompanie“. Nach ihrer Zeit als Jugendleiterin hatte Peterhans von 2006 bis 2016 den zweiten Vorsitz des Vereins übernommen, der sie 2016 zur Ehrenvorsitzenden ernannte.
Miriam Gierens führt die katholische Bücherei in der Stadt, auch mit Unterstützung ihrer Familie. „Gerade in der heutigen Zeit ist es schön, dass es in Edenkoben noch eine echte Bücherei gibt, wo man immer etwas Lesenswertes findet, zumal in vielen anderen Orten nur noch Bücherschränke stehen“, bedankte sich Daniel Poth.
Leonhard Gospodarczyk, den meisten besser als Leo bekannt, ist eine Institution wenn es um den Fußball in Edenkoben geht. Besonders die Jugendarbeit bei der SV Edenkoben lag dem passionierten Schiedsrichter schon immer am Herzen. Auch heute noch gibt er dem Nachwuchs die nötigen Anweisungen für den Kampf um den Ball. Poth lobte ihn als einen Mann, der stets sein Herz auf der Zunge trägt und sich nie verbiegen lässt.

Das Kreisjugendorchester sorgte für die musikalische Umrahmung des Nachmittags.
Foto: Heinz Lambert
Umrahmt wurde der Empfang schon traditionell vom Jugendorchester des Kreises SÜW unter Leitung von Jochen Schnepf. Das aus rund 40 Damen und Herren bestehende Ensemble verzückte sein Publikum mit intensiven und hochqualitativen Klangdarbietungen, gespielt von der Querflöte und Klarinette über die Trompete und das Horn, bis hin zu Geige, Schlagzeug und großer Pauke.
Beeindruckend nicht zuletzt „Godzilla eats Las Vegas“ von Eric Whitacre. Zunächst locker und beschwingt, wandelte sich die Musik in etwas zeitweise Beklemmendes, sodass man glaubte die Bedrohung durch das Urzeitmonster förmlich zu spüren.
Die hervorragenden Leistungen des Orchesters erfuhren langanhaltenden Beifall bis hin zu „Standing Ovations“ und der Forderung nach Zugaben, die mit beschwingtem Sound, unter anderem durch die bekannten Lieder „Funiculì, Funiculà“ und „Down by the Riverside“ gerne erfüllt wurden.
Den Gaumen erfreuten die Bäckereien Becker und Dicker mit einem großen Neujahrsbrezel und leckerem Laugenkonfekt. Die Weingüter Berizzi, Damm, Heymanns, Kilian-Bopp, Schäfer, Schreieck, das Weinkontor Edenkoben und der Gutshof Ziegelhütte kredenzten beste Erzeugnisse aus ihren Kellern. (Text und Bilder: Heinz Lambert, Burrweiler)

Daniel Poth, Dorle Petershans, Miriam Gierens, Leonhard Gospodarczyk und Isabelle Lehmann.
Foto: Heinz Lambert
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