
Landgericht Landau
Foto: Pfalz-Express
Die Staatsanwaltschaft Landau hat gegen einen inzwischen 23 Jahre alten Mann weitere Anklage erhoben. Er muss sich vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Landau unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßigen Diebstahls und Betrugs, Urkundenfälschung sowie wegen versuchten schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die neue Anklage steht im Zusammenhang mit einer bereits früher bekannt gewordenen Betrugsserie.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann der Kopf einer Bande gewesen sein, die im Juni und Juli 2024 in Landau, Offenbach, Essingen und Hatzenbühl zahlreiche Briefsendungen aus Briefkästen entwendete. Mit Hilfe eines Generalschlüssels sollen die Täter gezielt Post mit Rechnungen aus den Kästen genommen haben. Anschließend veränderten sie auf den Rechnungen die Bankverbindungen der ursprünglichen Zahlungsempfänger und ersetzten diese durch eigene Kontonummern. Die manipulierten Rechnungen wurden danach wieder in den Postverkehr gegeben.
Da die Empfänger nichts von der Manipulation ahnten, überwiesen sie die Rechnungsbeträge an die falschen Konten. Auf diese Weise erlangte die Gruppe nach Erkenntnissen der Ermittler mehr als 31.000 Euro.
Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, dieses betrügerische Vorgehen geplant und organisiert zu haben. Er soll die Idee entwickelt, aus dem Ausland Mittäter und weitere Beteiligte angeworben und die einzelnen Taten koordiniert haben. Fünf Mitglieder der Bande waren bereits im Mai dieses Jahres vom Landgericht Landau zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt worden.
Darüber hinaus wird dem Angeschuldigten eine Beteiligung an einem weiteren schweren Verbrechen vorgeworfen. Er soll im Mai 2024 gemeinsam mit einem der bereits verurteilten Männer sowie einem bislang unbekannten Täter an einem versuchten schweren Raub und einer gefährlichen Körperverletzung in Hof in Sachsen beteiligt gewesen sein.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sollen zwei Männer unter dem Vorwand, ihnen gegen Barzahlung von mehr als 10.000 Euro einen gebrauchten Pkw zu verkaufen, an einen abgelegenen Ort gelockt worden sein. Dort sollen der bereits verurteilte Mittäter und der unbekannte Mann die Geschädigten mit Pfefferspray bedroht und zur Herausgabe des Bargelds aufgefordert haben.
Als die Opfer flüchteten, entrissen die Täter ihnen einen Rucksack, in dem sich jedoch entgegen ihrer Erwartung nicht das für den Autokauf vorgesehene Bargeld befand.
Der 23-Jährige, nach dem zeitweise mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet worden war, stellte sich Ende September 2025 den deutschen Strafverfolgungsbehörden. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.
Nun muss das Landgericht Landau entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und ob es zur Eröffnung eines Hauptverfahrens kommt.
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