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Für Hochwasser-Ernstfall: Fünf neue Sandsackfüllanlagen schaffen bis zu 8.400 Säcke in einer Stunde

V.li.: Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Christian Betzel (Kreis Germersheim), Erasmus Wolf (Stv. Wehrleiter Germersheim), Bastian Jung (Stv. Wehrleiter Kandel), Hendrik Esswein (THW Germersheim), Landrat Martin Brandl, Mike Schönlaub (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel), Sascha Hofmann (Beigeordneter der Stadt Germersheim), Karl Dieter Wünstel (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim), Jürgen Weber (Beigeordneter der Stadt Wörth am Rhein), Moritz Städtler (Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bellheim), Marco Foyè (Stv. Wehrleiter Bellheim), Volker Betzer (Stv. Wehrleiter Rülzheim) und Matthias Serr (Stv. Wehrleiter Rülzheim).
Foto: Felix Werling, VG Rülzheim

Wenn der Rhein über die Ufer tritt oder heftiger Starkregen Straßen und Keller überflutet, zählt jede Minute. Im Kreis Germersheim sollen künftig fünf neue Sandsackfüllanlagen dafür sorgen, dass gefährdete Bereiche schneller geschützt werden können. Bis zu 8.400 Sandsäcke lassen sich mit den Anlagen pro Stunde befüllen.

Die Geräte wurden nun im Kieswerk Pfadt in Leimersheim offiziell in Betrieb genommen. Zwei große Anlagen stehen dort dauerhaft bereit, drei kleinere können bei Bedarf direkt in den Verbandsgemeinden eingesetzt werden. So müssen die Helfer nicht erst lange auf Nachschub warten, wenn an mehreren Stellen gleichzeitig Sandsäcke gebraucht werden.

Sand ist direkt vor Ort vorhanden

Dass die beiden großen Anlagen ausgerechnet in einem Kieswerk stehen, hat einen praktischen Grund: Der benötigte Sand ist dort bereits vorhanden. Außerdem gibt es ausreichend befestigte und beleuchtete Flächen, auf denen die Helfer auch bei Dunkelheit arbeiten können.

Foto: Felix Werling, VG Rülzheim

Über die nahe gelegene B9 lassen sich die gefüllten Sandsäcke anschließend in die verschiedenen Teile des Landkreises transportieren. Bei größeren Hochwasserlagen können die beiden stationären Anlagen große Mengen bereitstellen. Die mobilen Geräte sind dagegen vor allem dann hilfreich, wenn nach einem heftigen Gewitter kurzfristig Sandsäcke an einem bestimmten Ort benötigt werden.

Weniger Transportwege und schnellere Hilfe

Bisher war der Landkreis bei größeren Einsätzen teilweise auf externe Kapazitäten und längere Transportwege angewiesen. Mit den neuen Anlagen können die Helfer nun selbst größere Mengen Sandsäcke herstellen. Auch die vorhandenen Maschinen und die Erfahrung des Kieswerkbetreibers können genutzt werden.

Landrat Martin Brandl sieht darin eine wichtige Verbesserung für den Katastrophenschutz. „Statt im Ernstfall auf externe Kapazitäten und lange Transportwege angewiesen zu sein, verfügen wir ab sofort über eigene Strukturen“, erklärte er bei der Inbetriebnahme.

Auch Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Christian Betzel verwies auf die Vorteile des Standorts. Die direkte Verfügbarkeit von Sand, die geeigneten Arbeitsflächen und die gute Verkehrsanbindung erleichterten die Organisation bei größeren Einsätzen.

Foto: Felix Werling, VG Rülzheim

Vorbereitung auf Hochwasser und Starkregen

Die neuen Anlagen sind nicht nur für ein mögliches Rheinhochwasser gedacht. Auch bei örtlichen Starkregenereignissen können innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Sandsäcke benötigt werden, etwa um Hauseingänge, Keller oder gefährdete Straßenabschnitte zu schützen.

Mit den fünf Anlagen wollen der Landkreis und die beteiligten Kommunen künftig schneller auf solche Situationen reagieren. Für die Einsatzkräfte bedeutet das weniger Zeitverlust beim Befüllen und Transportieren der Sandsäcke. Und für die Menschen in den betroffenen Orten steigen die Chancen, dass Schutzmaßnahmen rechtzeitig beginnen können.