Montag, 26. Oktober 2020

Freiwilliges Soziales Jahr im Schwimm-Sport-Club Landau: Greta Schwamm berichtet über ihre Erfahrungen im SSC Landau

13. Februar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Leute-Regional, Regional

Greta Schwamm: Krafttraining ist gut fürs Schwimmen.
Foto: Rolf H. Epple

Landau. Greta Schwamm hat sich nach dem Abi dafür entschieden, ein „Freiwilliges Soziales Jahr (FJS) zu machen. Rolf H. Epple sprach für den Pfalz-Express mit der jungen Frau, die ihr FJS beim SSC Landau absolviert.

Greta, seit wann sind Sie im Schwimm-Sport-Club (SSC) in Landau tätig?

Im SSC habe ich im Herbst 2018 angefangen. Mein damaliger Sportlehrer in der Maria-Ward-Schule, Ralf Eggers, stellvertretender Vorsitzender im Verein, sprach mich an, denn man suchte noch Übungsleiter im Fitnessbereich. Da ich sehr Fitness interessiert bin und mir eine Tätigkeit als Trainerin gut vorstellen konnte, besuchte ich bald darauf den Verein und fing als Übungsleiterin an.

Was war ihre Motivation ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) zu absolvieren?

Nachdem ich dann bereits einige Monate im Verein arbeitete und mich dort sehr gut eingelebt hatte, schlug mit Rainer Bieling (Vorsitzender SSC Landau) vor, ich sollte mir doch mal überlegen nach dem Abitur ein FSJ zu machen.

Da ich das Abitur bereits fast in der Tasche hatte und noch nicht wusste wie es danach weiter gehen sollte, entschied ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport. Für mich interessant war auch die damit verbundene Ausbildung zur C-Trainerlizenz Breitensport, die ich in dieser Zeit absolvieren konnte. Außerdem waren mir die Kinder aus dem Athletiktraining bereits ans Herz gewachsen. Für mich war klar, hier kann ich das nächste Jahr viel lernen und habe genügend Zeit um mir klar zu werden, was ich später tun möchte.

Foto: Rolf H. Epple

Können sie unseren Lesern kurz sagen, was ein FSJ ist?

Wer Freude an der Arbeit mit Menschen hat, sich gerne Herausforderungen stellt und seine Fähigkeiten entdecken möchte, für den ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) genau das richtige. Man kann im Arbeitsfeld seiner Wahl soziale Arbeit „live“ erleben und dort erste Erfahrungen sammeln, sich persönlich weiterentwickeln, berufliche Orientierung finden und gleichzeitig für andere Menschen da sein.

Die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder und Träger kann jeder Interessierte für sich selbst auswählen, ebenso die Tätigkeitsdauer von 6 bis 18 Monate. Ich hatte mich für den Träger Sportjugend Pfalz (https://www.sportjugend.de) und eine Dauer von 12 Monaten entschieden. Ich hatte eine Wochenarbeitszeit von ca. 39 Stunden und ein Taschengeld von 350 Euro bekommen.

Zu dem Jahr gehören auch insgesamt 25 Seminartage bei denen man auch andere FSJ-Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz trifft und kennenlernt, ein Einführungsseminar, in dem man die ersten Grundlagen zur Tätigkeit als Trainerin und Betreuerin von Kindern lernt, sowie zwei Wochen für den „Übungsleiter“. Ich habe die Trainerausbildung C- Breitensport gemacht, man kann sich aber auch für eine Sportart spezifizieren oder falls man die C-Lizenz bereits hat, die B-Lizenz absolvieren. Darauf folgt ein Zwischenseminar und zum Schluss das Abschlussseminar. Das wird bei mir nächsten Monat im März stattfinden. Wir fahren nach Oberjoch in die Berge und werden dort Sportarten wie Langlauf und Biathlon ausprobieren.

Auf den Seminaren trifft man viele andere „Freiwillige im Sport.“ Die Themen dort sind immer interessant und helfen im FSJ Alltag weiter. Besonders interessant ist es, dass man so viele neue Sportarten wie z.B. Rollstuhlbasketball oder Bogenschießen ausprobieren kann.

Foto: Rolf H. Epple

Welche konkreten Aufgaben hatten Sie im SSC während ihres FSJ?

Meine Aufgaben lagen zu 50% bei der Tätigkeit als Übungsleiterin, besonders für Kinder und Jugendliche. Hierbei ist es mein Ziel die allgemeine Sportlichkeit der Kinder zu verbessern und durch das Training am Land die Leistungen im Wasser zu steigern.

Wir machen Ausdauer und Krafttraining sowie besonders viel Stabilisationstraining für eine gute Wasserlage und Mobility-Training für eine bessere Beweglichkeit der Kinder. Die Kinder können ab 8 Jahren auch ins Athletiktraining des SSC Landaus kommen.

Wir haben eine Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus und dem Jugendtreff vom Horstring. Jeden Montag kommt ein Betreuer mit Kindern für eine Stunde zu uns ins Clubhaus wo wir gemeinsam allgemeines Fitnesstraining für die Ausdauer und ein bisschen Krafttraining machen.

Seit dem Sommer habe ich auch die Schwimm-AG vom OHG übernommen die davor unsere andere FSJ-Kraft geleitet hatte. Da ich nicht aus dem Schwimmen komme, werde ich von unserem Vereinsschwimmer Louis Kopf unterstützt, die Kinder ab der 5. Klasse lernen dort ihre Schwimmfähigkeiten in Brust, Kraul und Rücken zu verbessern.

Außerdem besuche ich jeden Mittwochabend den Herzsport in Landau, dort übernehme ich regelmäßig Teile der Übungsstunden und lerne mehr über den Bereich Gesundheitssport. Die Umstellung war am Anfang jedoch nicht ganz einfach, da man bei älterem Menschen auf ganz andere Aspekte achten muss und in der Auswahl an Übungsmöglichkeiten erst einmal eingeschränkt ist.

Da es mein Ziel war im FSJ meinen Horizont zu erweitern und nicht nur mit Kindern zu arbeiten, war ich froh mich der Herausforderung zu stellen und mich intensiv mit dem Herzsport auseinander zu setzen. Ich liebe sowohl die Arbeit mit den Kindern als auch die Übungsstunden in der Herzsportgruppe und werde beide Tätigkeiten auch noch nach meinem FSJ fortführen.

Die andern 50 % teilen sich auf in: Arbeit auf der Geschäftsstelle, wie z.B. im Büro, dort habe ich viel Kontakt mit den Mitgliedern und Eltern der Schwimmschulkindern. Ebenso habe ich mich um die Instandhaltung des Clubhauses gekümmert, alles besorgt, was man im Verein so benötigt, Öffentlichkeitsarbeit geleistet und Projekte geplant und umgesetzt.

Foto: Rolf H. Epple

Ziel und Aufgabe ist es auch eigene Projekte während des FSJ zu entwickeln und durchzuführen. Was hatten Sie sich dort vorgenommen?

Mein erstes richtiges Projekt, war das von mir erstmalig veranstaltete Sommercamp. Hier ging es hauptsächlich um Spaß auch für die jüngeren Kinder im Verein (ab 5 Jahren). Jedoch war mir trotzdem wichtig, dass die Bewegung an der frischen Luft nicht zu kurz kam. Es gab also neben dem Film und Wellnessabend auch Ausflüge mit dem Fahrrad ins Freibad in Offenbach, auf den Alla-Hopp Spielplatz nach Ilbesheim und in den Zoo Landau.

Das Sommercamp sollte mit dem jährlichen Queichschwimmen enden, das aufgrund des geringen Niederschlags leider ausfiel. Unser Sommerfest hat trotz dessen stattgefunden. Dort gab es in unserer Grillhütte Verpflegung für alle Mitglieder.

Im Herbst hat das jährliche Trainingslager für unsere Wettkampfmannschaften stattgefunden. Ich war an der Planung beteiligt und habe die Kinder betreut. Sie hatten täglich 2 Wassereinheiten und 1 Stunde Krafttraining. Außerdem stand auf dem Plan jeden Tag eine DIY-Basteleinheit (Vogelhaus / Fisch nähen) und ein abwechslungsreiches Abendprogramm (Capture the Flag, Schlag den Betreuer, Movienight)

Im letzten Dezember habe ich mit Janina Kolbeck ein Spendenschwimmen veranstaltet. Die Kinder haben sich zunächst Spender gesucht, die pro Bahn oder einen Gesamtbetrag spenden konnten. Dann durften die Kinder so viele Bahnen schwimmen, wie sie konnten. Die Großen haben sich an die 100-mal 100m gewagt. Wir haben insgesamt über 4500 Euro an Spendengeldern eingenommen, wovon ein Drittel an den Kinderschutzbund Blauer Elefant in Landau ging, ein Drittel in die Jugendkasse und das letzte Drittel in die SSC Mobilität einfloss.

Foto: Rolf H. Epple

Was hast Ihnen das FSJ persönlich gebracht?

Ich war nie ein großer Fan vom Reden vor Gruppen doch durch mein FSJ blieb mir als Trainerin gar nichts anderes übrig. Seitdem fällt es mir auch allgemein leichter vor Gruppen zu sprechen. Dass ich gerne mit Kindern arbeite, wusste ich zwar auch schon davor, trotzdem hat es mich darin bestärkt, dass ich mir die Arbeit mit Kindern auch in Zukunft vorstellen kann. Mir ist besonders wichtig Kindern zu helfen durch Sport an ihrer Gesundheit zu arbeiten. Leider sieht man es viel zu oft, dass Kinder nach bereits 30 Sekunden völlig außer Atem sind.

Was mir vorher nicht so bewusst war ist, wie sehr es Spaß macht mit älteren Menschen zu arbeiten. Da merkt man, wie wichtig der soziale Aspekt beim Sport ist und der Spaß an der Bewegung in der Gruppe. Für mich wichtig war auch die Trainer-Ausbildung, bei der ich mein Wissen zur Trainingslehre weiter verbessern konnte, was sowohl bei der Arbeit als auch im privaten Training wichtig ist.

Foto: Rolf H. Epple

Infoblock:

Zur Person: Greta Schwamm, geboren 09.08.2000 in Landau

Schulen: Pestalozzi Grundschule Landau 2006 – 2010; Maria-Ward Schule Landau 2010 – 2019 Abschluss Abitur

Persönliche Interessen: Seit meinem 4. Lebensjahr war in im TV Nußdorf Leichtathletik tätig, bis ich mich mit 14 entschied, mehr in die Richtung Funktionelles Training zu gehen. Seitdem mache ich leidenschaftlich gerne Kraftsport/Crossfit aber auch Yoga und Pilates. Außerdem male und zeichne ich in meiner Freizeit sehr gerne.

Informationen zum FSJ in Rheinland-Pfalz:
https://www.fsj-rheinlandpfalz.de

Informationen zu einem FSJ im SSC Landau:
06341-52469 oder info@ssclandau.de

Foto: Rolf H. Epple

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