
Symbolfoto: Elliot Ledain/ Unsplash
Frankreich erlebt heftige Proteste. Was mit Blockaden von Gymnasien im Großraum Paris begann, hat sich innerhalb weniger Tage über das ganze Land ausgebreitet. In mehreren Städten kam es zu Gewalt und Zusammenstößen mit der Polizei.
Im Zentrum der Proteste stehen die französischen Lycées, vergleichbar mit der gymnasialen Oberstufe. Inzwischen beteiligen sich aber auch Studierende an der Bewegung. Die Forderungen waren ursprünglich: mehr Lehrer, bessere Schulgebäude und bessere Lernbedingungen. Zeitweise waren mehr als 1.000 Lycées von Protestaktionen betroffen.
Feuer, Tränengas und Angriffe
Doch große Teile der Proteste sind eskaliert. In Straßburg setzte die Polizei Tränengas ein, in Marseille wurden Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte abgefeuert, andernorts brannten Mülltonnen und Barrikaden.
Besonders brutale Szenen gab es in Paris: Eine junge Polizeileutnantin in Ausbildung wurde von mehreren Personen verfolgt. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie sie zu Fall gebracht und am Boden getreten wird. Während der Attacke ist der Ruf „Tötet sie!“ zu hören. Die Beamtin erstattete Anzeige, Ermittlungen wurden eingeleitet.
Tausende in Polizeigewahrsam
Seit Beginn der Proteste wurden nach Angaben von Justizminister Gérald Darmanin rund 2.000 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, etwa 90 Prozent davon Minderjährige. Auch zahlreiche Verletzte wurden gemeldet. Bildungsminister Édouard Geffray sprach von mindestens 170 verletzten Schülern und 65 verletzten Beschäftigten.
Von Seiten der Protestbewegung gibt es Vorwürfe über unverhältnismäßige Polizeigewalt. Das Innenministerium hat Untersuchungen zu entsprechenden Fällen eingeleitet.
Regierung unter Druck
Premierminister Sébastien Lecornu berief wegen der Lage eine Krisensitzung ein. Die Regierung spricht inzwischen davon, dass gewaltbereite Gruppen Teile der ursprünglich von Schülern getragenen Bewegung vereinnahmten.
Die Proteste greifen mittlerweile auch auf Universitäten über. Damit wächst der Druck auf die Regierung, die zunehmende Gewalt einzudämmen.
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